#23 Emotionen
Shownotes
In dieser Folge nehmen wir euch mit in unseren Alltag voller großer und kleiner Emotionen. Wir sprechen offen darüber, wie Überforderung, Freude oder auch mal ein Streit unsere Familie prägen – und warum es so wichtig ist, Gefühle nicht zu verstecken. Ihr erfahrt, wie wir mit unseren eigenen Emotionen vor den Kindern umgehen, Grenzen setzen und aus Fehlern lernen. Genauso teilen wir unsere Erfahrungen, wie wir die Wutanfälle und das Glück unserer Kinder begleiten und was wir voneinander lernen können.
Hört rein und entdeckt, warum Authentizität und gegenseitiges Verständnis das Familienleben so besonders machen.
Liebe! Dahla und Martin
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00:00:09: Herzlich Willkommen zu einer
00:00:11: neuen Aufführung des
00:00:11: Meuseballets, dem Podcast über
00:00:13: das wilde Leben junger Eltern,
00:00:15: von und mit Dada Martin. Hallo!
00:00:17: Moin auch von mir!
00:00:19: Ihr Lieben, herzlich Willkommen
00:00:21: in der Vorweihnachtszeit, ist es
00:00:22: bei uns jetzt zumindest, und wir
00:00:25: freuen uns sehr, euch noch eine
00:00:26: kleine Folge zu geben, anbieten
00:00:29: zu können, und möchten heute
00:00:30: mit euch über ein sehr großes
00:00:33: Thema, sehr bestimmendes Thema
00:00:35: sprechen, das sind die Let's
00:00:37: Talk About Emotions. Die
00:00:40: Emotionen, die uns jeden Tag
00:00:42: begleiten, nicht nur, ich sag
00:00:45: mal, im privaten Arbeitskontext,
00:00:48: wo auch immer, sondern eben auch
00:00:50: im Umgang mit Kindern, in den
00:00:52: Gedanken mit und über die
00:00:53: Kinder, und ja, in unserem
00:00:55: täglichen Erleben. Und dieses
00:00:59: Thema haben wir zu euch ein
00:01:01: bisschen aufgegliedert und
00:01:04: vorbereitet und hoffen, dass wir
00:01:06: darüber jetzt ein bisschen ins
00:01:07: Gespräch kommen können.
00:01:08: Es soll natürlich darum gehen,
00:01:10: in welchen Situationen spielen
00:01:11: Emotionen eigentlich eine Rolle,
00:01:13: natürlich zum Beispiel
00:01:14: vielleicht beim letzten
00:01:15: Wutanfall eures Kindes oder beim
00:01:18: Streit zwischen den Eltern. Was
00:01:21: sind unsere Erklärungen, wann
00:01:23: vielleicht auch einfach mal
00:01:23: überkocht und was sind
00:01:25: vielleicht auch unsere
00:01:26: Erfahrungen oder Ratschläge,
00:01:28: wie man solchen Situationen
00:01:32: vielleicht auch so ein bisschen
00:01:33: entgegenwirken kann. Aber auch
00:01:34: auf jeden Fall ganz prominent
00:01:36: die Botschaft, Emotionen sind
00:01:39: wichtig und richtig gut. Und
00:01:41: genau, über all das wollen wir
00:01:42: sprechen. Ganz genau. Ihr seht,
00:01:43: wir haben richtig viel vor.
00:01:44: Vorher müssen wir über die
00:01:45: Highlights sprechen.
00:01:47: Unbedingt. Und Sarah fängt
00:01:50: heute mal an.
00:01:51: Alles klar.
00:01:52: Yeah.
00:01:54: Mein Highlight ist, dass wir
00:01:56: diese Woche geschafft haben,
00:02:00: wieder zurück zu unserer
00:02:01: Routine zu finden. Ich muss
00:02:02: immer lachen, wenn ich das Wort
00:02:04: Routine sage, weil ich dann
00:02:05: natürlich an unsere Folge denke.
00:02:07: Wie schwer wir uns getan haben,
00:02:09: irgendwie uns zuzugestehen, dass
00:02:13: Leben mit Kindern Routine
00:02:14: braucht. Ja, Martin ist jetzt
00:02:16: Woche drei im PJ, also in dem
00:02:19: praktischen Jahr. Das war das
00:02:20: Letzte, was im Rahmen des
00:02:22: Medizinstudiums so passiert. Und
00:02:25: arbeitet jetzt also Vollzeit
00:02:27: für ehrlicherweise wenig Geld
00:02:29: im Krankenhaus. Und das hat ganz
00:02:32: schön reingeballert bei uns.
00:02:36: Nochmal wieder alles auf links
00:02:37: gedreht.
00:02:38: Genau. Hat uns ziemlich
00:02:39: überfordert. Hat uns ziemlich,
00:02:43: ja, organisatorisch auf jeden
00:02:47: Fall sehr viel abverlangt. Und
00:02:48: aber auch dadurch sehr emotional,
00:02:50: insofern auch zu dieser Folge
00:02:52: passend. Und ich bin mega stolz
00:02:54: darauf, dass wir jetzt irgendwie
00:02:55: in Woche drei sagen können, ey,
00:02:57: aber diese Woche fühlt sich
00:02:59: schon viel besser an. Wir finden
00:03:01: irgendwie unsere Routinen und
00:03:03: sind irgendwie organisiert. Und
00:03:05: ich finde, dazu gehört auch,
00:03:06: ich habe eben auf die Uhr
00:03:07: geguckt, es ist jetzt 22.40 Uhr.
00:03:09: Und wir haben doch die Energie
00:03:11: und Bock, einfach jetzt diese
00:03:12: Folge aufzunehmen. Ich finde,
00:03:14: das spricht sehr dafür, dass
00:03:15: wir irgendwie wieder unsere
00:03:17: Kapazitäten gefunden haben und
00:03:20: organisiert sind.
00:03:21: Und ich kann instant an dieses
00:03:23: Highlight anknüpfen, weil sie
00:03:25: verzahnen sich quasi ineinander.
00:03:27: Ja, das bin ich gespannt.
00:03:28: Richtiger Spannungsbogen. Denn
00:03:30: mein Highlight ist einfach der
00:03:33: heutige Abend und der Abend von
00:03:35: Montag. Am Montag waren wir
00:03:38: beiden zum ersten Mal wieder
00:03:40: ohne Kinder abends unterwegs.
00:03:42: Das ist uns erst aufgefallen,
00:03:43: als wir schon, als der Abend
00:03:45: fast schon zu Ende war, als wir
00:03:46: auf dem Rücksweg zum Auto waren.
00:03:49: Und ja, heute. Weil nämlich, da
00:03:52: hat es gerade schon kurz
00:03:53: angerissen, in der ersten Woche
00:03:55: des PJs haben wir eigentlich
00:03:57: gedacht, Wir haben keinen
00:03:58: einzigen freien Abend mehr bis
00:03:59: nächstes Jahr im Oktober, so
00:04:01: ungefähr. Ist jetzt schon
00:04:02: deutlich besser geworden. Und
00:04:04: irgendwie, ja, fühlt sich das
00:04:06: gut an. Und ich kann dir da
00:04:08: wirklich nur zustimmen. Deswegen,
00:04:09: das ist mein Highlight für
00:04:10: diese beiden Abende. Und auch
00:04:12: der heutige, wie gesagt, ist es
00:04:13: jetzt schon kurz vor elf und wir
00:04:14: nehmen auf.
00:04:16: Was sind eure Highlights? Teilt
00:04:18: sie mit Genau, teilt sie gerne
00:04:20: mit uns und macht euch gerne
00:04:21: Gedanken. Es lohnt sich, immer
00:04:23: wieder mal zurückzugucken und
00:04:24: zu überlegen, okay, was hat mir
00:04:26: jetzt eigentlich irgendwie
00:04:27: besonders viel gegeben diese
00:04:29: Woche.
00:04:29: Absolut. Bevor wir jetzt aber
00:04:31: final, final anfangen, ich muss
00:04:32: es noch kurz einstreuen, Leute,
00:04:34: weil es gibt jetzt ja das
00:04:35: Spotify Wrapped und wir haben
00:04:38: als Podcaster auch eins bekommen
00:04:40: und da muss man einfach nochmal
00:04:41: kurz sagen, vielen Dank für
00:04:43: euch, dafür, dass ihr hört und
00:04:45: dass wir bei einigen Leuten
00:04:46: einfach in den Top 5 und bei
00:04:48: einigen sogar auf dem Platz eins
00:04:50: ihrer meistgehörten Podcasts
00:04:51: sind. Das ist richtig schön,
00:04:53: vielen Dank. Auch emotional. So,
00:04:57: aber jetzt zum Thema. Jetzt
00:04:59: haben wir auch hier genug
00:05:00: eingeleitet und wir möchten
00:05:02: beginnen oder ich möchte
00:05:04: beginnen mit einer Frage an dich,
00:05:06: Dala. Wie emotional darf man
00:05:09: denn vor seinen Kindern sein?
00:05:12: Und wie sieht das aus?
00:05:13: Ja, das ist natürlich schon mal
00:05:16: eine der ganz großen Fragen.
00:05:19: Erstmal, glaube ich, geht es da
00:05:21: ganz grundsätzlich um die
00:05:22: Haltung und das Verständnis.
00:05:24: Emotionen sind erstmal was Gutes,
00:05:25: was total Menschliches und es
00:05:28: ist für beide Seiten hilfreich,
00:05:30: darüber irgendwie zu reden. Und
00:05:33: ich habe mir, als wir uns
00:05:34: vorgenommen haben, diese Folge
00:05:35: aufzunehmen zum Thema Emotionen,
00:05:37: erstmal auch nochmal überlegt,
00:05:39: okay, was sind denn eigentlich
00:05:41: Situationen, in denen ich
00:05:42: besonders emotional werde, auch
00:05:44: vor den Kindern und was sind
00:05:46: auch bei dir Situationen, wo du
00:05:47: besonders emotional bist? Und zu
00:05:50: dir kannst du ja gleich selber
00:05:52: einfach mal was sagen. Bei mir
00:05:53: sind das aber auf jeden Fall
00:05:54: Momente der Überforderung. Und
00:05:57: wenn ich selber auf mich wütend
00:05:58: bin, also weil mir was nicht gut
00:06:00: gelingt oder ich eben vielleicht
00:06:03: auch unsicher bin, aber auf
00:06:04: jeden Fall also auf mich wütend
00:06:05: bin, was für Kinder natürlich
00:06:08: dann nicht nachvollziehbar ist,
00:06:10: was davon meins ist und
00:06:13: versuchen das auf sich zu
00:06:14: übertragen. Alle, die
00:06:17: vielleicht Zeitungskinder sind,
00:06:18: werden sehr genau wissen, wovon
00:06:20: ich rede, dass Kinder einfach
00:06:22: dazu neigen, immer erstmal alle
00:06:24: Emotionen irgendwie auf sich zu
00:06:26: beziehen. Und deswegen würde
00:06:29: ich diese Frage, wie emotional
00:06:31: darf ich vor meinem Kind, vor
00:06:33: meinen Kindern sein, unbedingt
00:06:35: damit beantworten, dass das
00:06:36: Wichtigste in meinen Augen ist,
00:06:37: die Emotionen, die man hat, die
00:06:39: man menschlicherweise hat und
00:06:42: die vollkommen in Ordnung sind.
00:06:43: Und die man auch nicht immer
00:06:44: unterdrücken kann in den
00:06:45: Momenten.
00:06:46: Genau, vielleicht auch nicht
00:06:47: sollte, zu erklären und klare
00:06:50: Ich-Botschaften zu senden. Also
00:06:52: nach der Situation, wo ich dann
00:06:54: realisiere und reflektiere, okay,
00:06:55: das war jetzt einfach echt nicht
00:06:57: cool von mir, dann zum Kind
00:06:59: hinzugehen, auch wenn es
00:07:01: vielleicht noch richtig klein
00:07:02: ist und man vielleicht Sorge hat,
00:07:03: dass es das nicht versteht. Es
00:07:04: wird irgendwann der Moment
00:07:05: kommen, dann versteht das Kind
00:07:06: es sicherlich sehr genau. Und
00:07:08: hingehen und sagen, okay, das
00:07:10: war gerade nicht gut von mir,
00:07:12: das tut mir leid. Und erklären,
00:07:14: warum das passiert ist. Zu sagen,
00:07:16: ich war gerade damit
00:07:17: überfordert, weil mir geht es
00:07:20: heute nicht gut, weil ich
00:07:22: vielleicht einen harten Tag
00:07:23: hatte, weil ich vielleicht
00:07:24: Stress auf der Arbeit hatte,
00:07:25: weil was auch immer. Und
00:07:28: natürlich, es gibt dann in
00:07:29: meinen Augen schon Situationen,
00:07:31: da ist es vielleicht auch gut,
00:07:33: gerade auch vielleicht, wenn es
00:07:34: gar nicht jetzt nur um meine
00:07:35: Emotionen geht, sondern
00:07:36: vielleicht wir uns zum Beispiel
00:07:38: streiten,
00:07:40: auch vielleicht zu sagen, okay,
00:07:41: ich gehe jetzt bewusst mal kurz
00:07:43: raus und verlasse den Raum und
00:07:44: mache das mal kurz mit mir aus.
00:07:46: Und auch das dann aber hinterher
00:07:47: dem Kind zu erklären und zu
00:07:49: sagen, okay, ich muss jetzt kurz
00:07:51: mal rausgehen, das hatte gar
00:07:52: nichts mit dir zu tun und
00:07:53: erklären, warum. Ja. Wie
00:07:56: würdest du die Frage
00:07:57: beantworten, wie emotional man
00:07:58: vor den Kindern sein darf und
00:07:59: was sind Situationen, wo du
00:08:01: sagen würdest, da bin ich
00:08:03: geneigt, emotional zu werden?
00:08:04: Ich möchte kurz noch auf eine
00:08:07: Sache von dir eingehen, weil man
00:08:10: kann oder vielleicht hört ihr
00:08:12: das auch und werdet auch,
00:08:13: sicherlich auch brechigerweise,
00:08:14: du hast das gerade schon gesagt,
00:08:15: ey, die sind doch noch am Anfang
00:08:17: viel zu klein, um das zu
00:08:18: verstehen und einzuordnen und
00:08:19: sowieso. Und das stimmt, dem
00:08:22: können wir, glaube ich, beide
00:08:23: zustimmen. Aber es ist, glaube
00:08:24: ich, genau dieser Punkt, den du
00:08:25: genannt hast. Ich glaube, allein
00:08:28: schon die Tonalität, mit der
00:08:30: man dann an ein Kind reintritt,
00:08:31: weil das ist nämlich, ihr wisst,
00:08:33: wie viele Emotionen unseren
00:08:34: Stimmen einfach mitschwingen,
00:08:37: das dann da an der Stelle zu
00:08:39: erklären, hilft schon mal
00:08:41: allein über die Tonalität oder
00:08:42: über die Emotionen, da ist das
00:08:45: Wort auch wieder, den man dem
00:08:47: Kind dann einfach über die
00:08:48: Erklärung vermittelt. Und dann
00:08:50: kommt schon auch sicherlich
00:08:52: irgendwann der Moment, das ist
00:08:53: ja häufig auch ein
00:08:54: schließender Übergang, wo das
00:08:56: Kind es eben auch einfach
00:08:57: versteht, was man ihm in dem
00:08:58: Moment sagt. Und ich glaube,
00:09:01: dass es einfach wirklich
00:09:02: unfassbar hilfreich ist, für
00:09:05: Kinder erstmal eine Erklärung
00:09:06: dafür zu bekommen, warum eine
00:09:08: Situation so ist, wie sie ist.
00:09:10: Ich meine, das fordern sie sich
00:09:11: ja auch so im Alltag immer ein,
00:09:13: auch wenn jetzt nicht irgendwie
00:09:15: was Besonderes passiert ist. Die
00:09:16: Frage, warum, ist ja, und das
00:09:17: werdet ihr alle wissen, eine der
00:09:19: häufigeren. Und das fußt ja
00:09:23: auch genau auf diesem Punkt,
00:09:24: dass sie einfach verstehen
00:09:26: wollen, was um sie herum
00:09:27: passiert.
00:09:28: Wo du das jetzt gerade mit der
00:09:29: Tonalität sagst, also dass es
00:09:30: natürlich einen Unterschied
00:09:31: macht, ob wir was ruhig
00:09:33: erklären oder eben eher
00:09:34: vielleicht aufbrausend sind,
00:09:35: weil wir gerade irgendwie
00:09:35: überfordert sind oder uns auch
00:09:37: im Ton vergreifen, bringt mich
00:09:39: zu dem Gedanken, dass es
00:09:40: natürlich noch andere Aspekte
00:09:43: gibt, die irgendwie vielleicht
00:09:44: eine große, ich sag mal,
00:09:45: Symbolkraft haben. Also wir
00:09:47: haben jetzt zum Beispiel öfter
00:09:48: wahrgenommen, wenn wir uns
00:09:50: irgendwie angegiftet haben,
00:09:51: vielleicht sogar gestritten
00:09:52: haben und die Kinder das
00:09:54: mitbekommen haben, dann
00:09:56: hinterher sich in den Arm zu
00:09:57: nehmen und das die Kinder auch
00:09:59: sehen zu lassen und ihnen auch
00:10:00: deutlich zu sagen, es ist wieder
00:10:03: alles gut. So, das haben wir ja
00:10:05: auch mehrfach als wichtig
00:10:07: wahrgenommen und dass das ja
00:10:10: auch nachvollziehbarerweise
00:10:11: einfach eine Sicherheit
00:10:13: vermittelt.
00:10:13: Total, weil ich meine, wir sind
00:10:15: ja in dem Moment für unsere
00:10:17: Kinder, oder wir sind für
00:10:19: unsere Kinder der Fels in der
00:10:20: Brandung, so der Ankerpunkt. Und
00:10:23: denen sieht man nicht gerne
00:10:24: wanken bzw. sich auch nicht
00:10:26: gerne streiten oder was auch
00:10:27: immer. Ja, voll. Aber, um auf
00:10:29: deine Frage zurückzukommen, ja,
00:10:31: eine kleine Rückkopplung, das
00:10:32: war ja nur der Einschub noch zu
00:10:33: deiner Antwort. Mir geht es da
00:10:35: ganz ähnlich. Also ich neige in
00:10:38: Momenten, wo ich überfordert
00:10:39: bin, wo es einfach viel ist, wo
00:10:41: ich irgendwie, wie jetzt dann
00:10:45: eben in der ersten Woche des
00:10:47: Pjots und auch noch in der
00:10:48: letzten, da war es dann schon
00:10:49: ein bisschen besser, ja, einfach
00:10:53: dann in diesen Momenten dazu,
00:10:54: wenn ich dann da an die Grenzen
00:10:56: komme und wenn die Kinder dann
00:10:57: vielleicht auch noch viel wollen
00:11:00: und wir uns noch gar nicht
00:11:01: richtig unterhalten haben,
00:11:01: ausgesprochen haben, etc., neige
00:11:03: ich auch dazu,
00:11:06: das dann in Richtung der Kinder
00:11:08: zu leiten durch Stränge. Also
00:11:11: dann, wenn dem ich dann
00:11:13: schneller gereizt reagiere, wenn
00:11:16: jetzt irgendjemand auf dem Sofa
00:11:17: rumspringt und ich dann halt
00:11:19: irgendwas, was ich sonst in der
00:11:20: Normalsituation nicht machen
00:11:21: würde, da eben sagen würde, ey,
00:11:23: lass das. Oder...
00:11:25: Muss man dazu sagen, dass
00:11:26: wahrscheinlich bei den meisten
00:11:27: Familien die Kinder nicht auf
00:11:28: dem Sofa rumspringen, aber okay.
00:11:30: Ja, ich muss es ja mal sagen.
00:11:33: Oder mich dann an Kleinigkeiten
00:11:35: störe und das sind so Sachen,
00:11:36: die tun mir dann im Nachhinein
00:11:38: total leid, weil auch da gilt
00:11:41: natürlich, man kann ja streng
00:11:44: werden, aber es braucht einen
00:11:46: Grund. Und es braucht auch einen
00:11:48: guten Grund. Es braucht halt
00:11:49: nicht den Grund, dass man selber
00:11:51: überfordert ist und...
00:11:54: Nachvollziehbaren Grund.
00:11:55: Genau. Weil da geht es
00:11:57: natürlich auch wieder darum,
00:11:57: deinen Kindern zu erklären,
00:11:58: warum bin ich gerade streng,
00:12:00: warum haben wir hier gerade eine
00:12:01: Grenze erreicht und in dem Fall
00:12:03: ist ja bei mir eine Grenze
00:12:04: erreicht in meiner eigenen
00:12:06: Emotionen wegen Überforderung
00:12:08: und da können die Kinder in dem
00:12:09: Moment nichts dazu und das ist
00:12:10: so was, da arbeite ich gerade
00:12:12: total dran oder versuche es
00:12:13: zumindest, das gelingt mir auch
00:12:14: mal mehr, mal weniger,
00:12:17: dass ich da einfach gucke, weil
00:12:19: es tut mir im Nachgang immer
00:12:20: total leid und ich bin dir ja
00:12:22: immer total dankbar dafür, dass
00:12:23: du dann einfach sagst, ey Martin,
00:12:25: hallo, ja, besinn dich mal, atme
00:12:28: mal kurz durch, das ist jetzt
00:12:29: hier zu streng gegenüber den
00:12:32: Kindern.
00:12:34: Ja, das sind so Momente, wo ich
00:12:35: dann für mich einfach merke,
00:12:37: dass ich meine Emotionen sich
00:12:41: halt so äußern in dem Moment,
00:12:43: wo ich dann überfordert bin.
00:12:44: Das ist jetzt nicht, zum Glück
00:12:46: nicht unendlich oft, aber ja, es
00:12:48: kommt halt vor und jetzt gerade
00:12:49: in so einer Phase des Umbruchs
00:12:51: eben dann auch mal öfter.
00:12:54: Da sprichst du aber auch noch,
00:12:55: finde ich, einen super wichtigen
00:12:56: Punkt an, dass wir beobachten,
00:12:59: gegenseitig korrektiv sein zu
00:13:01: können. Also wie du das jetzt
00:13:02: gerade geschildert hast, gilt
00:13:03: das ja andersrum genauso, dass
00:13:05: du dann eben in der Situation,
00:13:07: wo ich vielleicht ein bisschen
00:13:08: aufbrausend war oder auch eben
00:13:11: einfach auf mich dann wütend
00:13:13: war, dann eben zu sagen, jetzt
00:13:16: geh mal zu Hedda, geh mal zu dem
00:13:19: Kind, nimm es einfach mal in den
00:13:20: Arm und sag, es ist ja alles gut
00:13:22: und erklär es mal kurz. Also so
00:13:23: diese gegenseitigen Aufrufe,
00:13:25: diese gegenseitigen Ermahnungen,
00:13:27: dieses Pass auf,
00:13:32: also ein bisschen die richtigen,
00:13:34: also zumindest irgendwie eine
00:13:36: Balance wieder zu finden. Ja,
00:13:37: genau. Und ich glaube, da haben
00:13:40: wir auch sehr oft festgestellt,
00:13:42: dass es total wertvoll ist, dann
00:13:45: wenn auch einer nicht
00:13:46: weiterkommt, ja, dann auch, dass
00:13:51: man wieder auf den anderen
00:13:52: zurückgreifen kann. Also ich
00:13:53: hatte jetzt heute zum Beispiel
00:13:54: die Situation, dass ich einfach
00:13:57: unbedingt wollte, dass wir jetzt
00:13:58: mal, nachdem wir irgendwie aus
00:13:59: der Kita kamen, jetzt mal auch
00:14:01: in die Wohnung nach oben und
00:14:02: irgendwie mal ankommen, und das
00:14:05: war aber nun überhaupt nicht in
00:14:06: dem Interesse von Hedda. Und
00:14:08: irgendwie konnte also weder
00:14:09: irgendwie das Erklären noch
00:14:11: irgendwie freundlich aufrufen.
00:14:14: Also alles hat irgendwie nicht
00:14:15: geholfen. Und ich wusste mir
00:14:17: dann irgendwann auch, weil ich
00:14:18: einfach selber auch wirklich
00:14:19: ungeduldig wurde, nicht mehr so
00:14:20: richtig zu helfen. Und Martin
00:14:22: war noch nicht da. Und dann habe
00:14:23: ich ihn aber halt angerufen und
00:14:25: dann hat Hedda halt mit Martin
00:14:26: telefoniert. Und irgendwie hat
00:14:28: das schon gereicht, also so sein
00:14:30: ruhiges Erklären. Und die
00:14:31: Situation aufzubrechen. Und das
00:14:33: beobachten wir ja total oft. Und
00:14:35: das ist uns, glaube ich, beiden
00:14:37: am Anfang schwergefallen, weil
00:14:38: das auch ein bisschen neidisch
00:14:41: macht, dann zu sehen, dass es
00:14:43: dem anderen vielleicht aber
00:14:44: gelingt.
00:14:46: Auch meistens mühelos, muss man
00:14:48: sagen. Es ist halt so, irgendwie,
00:14:49: du beißt dir da schon, keine
00:14:50: Ahnung, 10 Minuten die Zähne
00:14:52: aus. Und man schaukelt sich dann
00:14:53: ja auch gerne mal so hoch mit
00:14:55: seinem Kind und fängt dann auch
00:14:56: irgendwann an zu sagen, jetzt
00:14:58: reicht es aber hier. Und jetzt
00:14:59: ist hier diese Linie
00:14:59: überschritten. Und dann kommt
00:15:00: der andere, hat halt, und da
00:15:02: sind wir auch wieder bei dieser
00:15:03: Tonalität, halt noch einen ganz
00:15:05: anderen Ton und kann häufig die
00:15:07: Situation sofort auflösen. Das
00:15:09: ist spannend, super spannend.
00:15:11: Und das ist doch vielleicht eine
00:15:12: gute Überleitung zu der Frage,
00:15:14: wie gehe ich denn mit den
00:15:16: Emotionen von meinen Kindern um?
00:15:18: Ja, das ist ein Lernprozess,
00:15:19: kann ich schon mal sagen.
00:15:24: Ja, also ich glaube, gerade
00:15:26: haben wir schon einen wichtigen
00:15:27: Aspekt genannt. Und mir ist auf
00:15:29: jeden Fall ein ganz wichtiger
00:15:31: weiterer Aspekt, dieses, wenn
00:15:34: ihr kleine Kinder habt, dann
00:15:35: werdet ihr genau wissen, wovon
00:15:37: ich rede, dieses unbedingt alles
00:15:39: selber machen wollen. Wie wird
00:15:40: da ja heute von der
00:15:41: Autonomie-Phase geredet. Genau.
00:15:43: Und das ist was, was, ja, also
00:15:47: würde ich jetzt mal zumindest
00:15:48: aus meiner Warte heraus sagen,
00:15:50: also ich bin, glaube ich, schon
00:15:50: recht geduldig mit den Kindern.
00:15:52: Ey, du bist ultra geduldig.
00:15:53: Und trotzdem ist das manchmal
00:15:55: ganz schön herausfordernd.
00:15:56: Ja, da brodelt es schon mal auch
00:15:58: wieder da.
00:15:58: Und da aber irgendwie zu sagen,
00:16:01: okay, ich plane gerade morgens
00:16:03: bewusst viel, viel Zeit ein, um
00:16:06: für diese ganzen Momente der
00:16:08: Autonomie irgendwie genug Raum
00:16:09: zu haben,
00:16:12: tut mir auch richtig gut. Also
00:16:13: ich merke, okay, die halbe
00:16:15: Stunde mehr, die ist es auf
00:16:16: jeden Fall wert, weil wir viel,
00:16:18: viel stressfreier irgendwie dann
00:16:19: in den Tag starten. folglich
00:16:22: auch, wenn man irgendwo hin will,
00:16:23: fängt man halt früher an
00:16:25: irgendwie so, pack doch mal
00:16:26: deinen Rucksack. Und dann aber
00:16:29: auch irgendwie so dieses Hilfe
00:16:32: anbieten, dann wird man
00:16:33: zurückgewiesen. Das ist ja auch
00:16:34: noch wieder so eine
00:16:35: Herausforderung. Und da dann
00:16:36: aber irgendwie zu sagen, okay,
00:16:38: ich ziehe mich jetzt mal zurück,
00:16:39: ich mache irgendwie was anderes,
00:16:42: ziehe du da in Ruhe irgendwie
00:16:43: deine Hose an, sag Bescheid,
00:16:45: wenn du Hilfe brauchst. Also
00:16:47: sich zurückziehen, Raum geben
00:16:49: und gleichfalls Hilfe anbieten.
00:16:49: Mal gucken, was passiert. Erst
00:16:51: mal entwickeln lassen.
00:16:52: Vielleicht mir zumindest im
00:16:53: Moment, vielleicht irgendwie ein
00:16:56: funktionierender Weg.
00:16:57: Ja, also ich glaube, jetzt
00:17:00: gerade wenn man die Ressourcen
00:17:01: hat, weil ich glaube, man
00:17:02: braucht ja auch Ressourcen für,
00:17:05: dann auf jeden Fall, weil das
00:17:07: auch wieder, glaube ich, total
00:17:08: die Entwicklung des Kindes
00:17:10: einfach voranbringt. Weil ich
00:17:11: meine, das hat ja einen Sinn,
00:17:13: diese Autonomie und dieses, ich
00:17:15: will mich jetzt anziehen und ich
00:17:16: will mir jeden Socken einzeln
00:17:17: aussuchen und ja, also das
00:17:21: führt ja am Ende zu einer
00:17:23: eigenständigen Person. Das ist
00:17:25: ja am Ende das Ziel.
00:17:26: Und es entstehen manchmal
00:17:27: ziemlich wilde Outfits.
00:17:29: Auf jeden Fall. Die sind häufig
00:17:30: auch mal fotografiewürdig.
00:17:34: Ja, blöd nur, dass wenn man das
00:17:36: Handy rausholt, dann sofort das
00:17:38: nächste Drama anstehen kann.
00:17:40: Dazu müssen wir vielleicht mal
00:17:41: eine eigene Folge machen.
00:17:42: Ja, überhaupt digitaler Konsum.
00:17:44: Ey Leute, teilt es auch gerne
00:17:46: mit uns. Das ist noch was, das
00:17:49: beschäftigt uns, glaube ich,
00:17:51: auch jetzt schon sehr. Also mal
00:17:52: so als kurzer gedanklicher
00:17:54: Einschub. Wir haben uns ja noch
00:17:56: aufgeschrieben, Grenzen zeigen,
00:17:59: Emotionen nicht nutzen, um
00:18:00: Willen zu bekommen. Da
00:18:03: vielleicht eine kleine Anekdote
00:18:04: zu, was wir damit meinen, aber
00:18:05: ich fand es sehr eindrücklich.
00:18:07: Deswegen haben wir es hier auch
00:18:08: mit reingenommen. Und zwar haben
00:18:10: wir beobachtet, dass Hedda in
00:18:16: einigen Situationen, das hat sie
00:18:18: sich woanders abgeguckt, dann
00:18:22: die Bauchschmerzen benutzt hat,
00:18:24: um, ich sage mal, Leistungen zu
00:18:27: bekommen.
00:18:30: Ja, um ihren Willen zu bekommen,
00:18:32: also eben noch nicht schlafen zu
00:18:34: müssen oder irgendwie nicht
00:18:38: Zähneputzen zu müssen, was
00:18:39: auch immer. Und du wirst jetzt
00:18:41: lachen, in der Situation vorhin,
00:18:43: wo sie halt einfach partout
00:18:45: nicht mit hochkommen wollte, hat
00:18:47: sie gesagt, sie hat
00:18:48: Bauchschmerzen. Das ist immer,
00:18:49: wenn sie was nicht will, sagt
00:18:51: sie, sie hat Bauchschmerzen.
00:18:52: Und es ist, dass das das erste
00:18:53: Mal vorkam, das war, glaube ich,
00:18:55: mal nachts irgendwann, oder
00:18:57: abends, ich weiß nicht mehr,
00:18:58: auf jeden Fall in so einer
00:18:59: Einschlafsituation mit Milch
00:19:00: trinken und so, da musst du
00:19:04: natürlich erstmal rausfinden,
00:19:06: was ist jetzt hier Sache. Weil
00:19:08: wenn dein Kind sagt, es hat
00:19:09: Schmerzen, dann ist natürlich
00:19:10: erstmal das Richtige, okay, was
00:19:14: ist los, was muss ich machen,
00:19:16: geht es dir wirklich nicht gut.
00:19:18: Und es gibt ja so ein paar, ja,
00:19:22: Kniffe will ich sie jetzt nicht
00:19:24: nennen, aber man merkt schon,
00:19:25: glaube ich, wenn es einem Kind
00:19:26: nicht gut geht und wenn es
00:19:28: wirklich Schmerzen hat, wenn es
00:19:29: dann irgendwie eine ganze
00:19:30: Flasche Milch wegziehen kann.
00:19:32: Und wenn man sagt, wir gucken
00:19:34: uns noch kurz eine Folge das
00:19:36: Tier auf dem Handy ein und das
00:19:38: dann freudestrahlend da sitzt
00:19:39: und die Welt in Ordnung ist,
00:19:40: dann weißt du schon, okay, ich
00:19:42: hab dich. Ich hab dich getlarvt.
00:19:46: Ich bin die drei Fragezeichen.
00:19:49: Und das ist halt sowas, das
00:19:52: haben wir ja dann auch klar
00:19:54: gesagt, also wir sind natürlich
00:19:55: immer die ganze Zeit sensibel
00:19:56: dafür, wenn wirklich was ist.
00:19:58: Ich glaube, das können wir auch
00:20:00: mit Fug und Recht behaupten, sie
00:20:01: hatte jetzt neulich
00:20:01: Ohrenschmerzen, da hatte sie
00:20:03: wirklich Ohrenschmerzen. Das hat
00:20:04: man ja auch in ihrem ganzen
00:20:05: Habitus eben angemerkt. Aber das
00:20:08: ist schon sowas, wo man dann
00:20:09: eben auch sagen muss, hey Hedda,
00:20:11: wir haben das gemerkt und wir
00:20:13: wissen, dass das jetzt was ist,
00:20:15: was eben
00:20:19: versucht oder von dir eingesetzt
00:20:21: wird, um was zu bekommen. Und
00:20:25: das hat sie noch ein paar Mal
00:20:27: versucht und wir haben ihr das,
00:20:27: glaube ich, deutlich gemacht und
00:20:28: dann war das auch besser, oder?
00:20:32: Also was würdest du sagen?
00:20:33: Ja, also ich glaube, das ist ein
00:20:34: gutes Beispiel dafür, dass es
00:20:36: natürlich auch bei manchen
00:20:37: Themen einfach dann auch eine
00:20:39: klare Grenze braucht.
00:20:41: Die nicht leicht ist zu setzen,
00:20:43: finde ich immer.
00:20:44: Ja, total. Mir fällt da jetzt
00:20:47: das Beispiel ein, also wenn es
00:20:50: nicht darum geht, dass sie
00:20:51: dadurch versucht, ihren Willen
00:20:53: zu erzwingen, dann ist es was
00:20:56: ganz anderes. Also zum Beispiel
00:20:58: hat sie jetzt angefangen, wird
00:21:00: jetzt drei und hat jetzt
00:21:01: angefangen, ganz oft Geschichten
00:21:03: zu erzählen und es hat ganz
00:21:05: viele Ideen und das entspricht
00:21:07: ganz oft überhaupt nicht der
00:21:09: Realität und auch gar nicht der
00:21:10: Wahrheit. Also dann waren wir
00:21:11: jetzt irgendwie am Wochenende in
00:21:13: Hamburg, haben unsere Freunde
00:21:14: besucht und dann fängt sie
00:21:16: plötzlich an zu erzählen,
00:21:16: erstmal, hier war ich schon mal.
00:21:18: Hier habe ich schon gewohnt, mit
00:21:19: meiner Katze und meinem Hund. So,
00:21:21: okay. Und dann aber da nicht zu
00:21:23: widersprechen, sondern irgendwie
00:21:25: in die Geschichte mit
00:21:26: einzusteigen und das irgendwie
00:21:28: zu fördern und irgendwie dann
00:21:29: eher so, wow, was für tolle
00:21:31: Ideen und eher dann auch viele
00:21:34: positive Emotionen da auch mal
00:21:36: als Chance mit reinzugeben und
00:21:38: irgendwie so eine Begeisterung
00:21:39: irgendwie dann eher zu
00:21:41: unterstützen. Ja, da spricht ja
00:21:43: überhaupt nichts dagegen. Nee.
00:21:45: So und deswegen, also ja, es
00:21:49: geht nicht darum, dass es immer
00:21:50: alles bei der Wahrheit sein muss,
00:21:52: aber es geht darum, das nicht
00:21:54: als Mittel einzusetzen, um
00:21:56: irgendwas zu bekommen.
00:21:57: Genau.
00:21:58: Ja, und was vielleicht aber bei
00:22:01: der Frage, wie gehe ich mit den
00:22:03: Emotionen meiner Kinder um, was
00:22:05: ich da auch noch wichtig finde,
00:22:07: das passt so ein bisschen zu
00:22:07: diesem Punkt auch zur Autonomie,
00:22:10: mit dem irgendwie ein bisschen
00:22:11: Raum lassen und das Kind
00:22:12: irgendwie auch, ja, sich die
00:22:14: Zeit, also dass sich das Kind
00:22:17: die Zeit nehmen kann, die Kinder
00:22:20: auch einfach erstmal machen zu
00:22:21: Also wir haben am Anfang, du
00:22:23: mehr als ich, aber wir haben am
00:22:24: Anfang selber zu geneigt,
00:22:25: schnell bei allem irgendwie Nein
00:22:27: zu sagen. Voll.
00:22:28: Da habe ich, weil irgendwie, es
00:22:30: war so ein Reflex, weil ich
00:22:31: immer dachte, keine Ahnung, du
00:22:33: spielst jetzt mit Erdbeeren,
00:22:37: lass das, weil es wird gleich
00:22:38: alles schmutzig sein.
00:22:39: Ja, und das wird natürlich voll
00:22:41: schnell so gut anfällen. Ja.
00:22:42: Und ja, manchmal braucht es
00:22:46: wirklich ein Nein, aber manchmal
00:22:48: lohnt es sich auch, kurz ein
00:22:50: bisschen zu warten und zu gucken,
00:22:52: was wollen sie damit eigentlich
00:22:53: wirklich machen. Also kurz mal
00:22:55: zu beobachten und ich glaube,
00:22:56: wir sparen uns dadurch, seit wir
00:22:58: das versuchen ein bisschen zu
00:22:59: warten, sparen wir uns echt gut
00:23:01: an Fälle.
00:23:01: Und ich glaube, ihr wisst es ja
00:23:04: oder ihr könnt es auch aus
00:23:05: eurer eigenen Erfahrungen sagen,
00:23:06: manchmal sagt man ja auch, und
00:23:08: das habe ich halt am Anfang auch
00:23:09: viel erlebt und man erlebt es
00:23:10: auch jetzt immer nochmal, sagst
00:23:12: dann schnelles Nein, dann merkst
00:23:14: du eigentlich, oh nein, Kacke,
00:23:16: eigentlich, da hätte ich jetzt
00:23:17: gar nichts sagen müssen. Aber
00:23:18: dann kommt ja der nächste,
00:23:20: kommt ja der nächste
00:23:21: Zwickmühle, dass du dann
00:23:22: irgendwie ja deine Autorität
00:23:25: auch erhalten musst. Ich würde
00:23:28: aber dazu plädieren, dass man
00:23:29: auch einfach mal sagen kann, ey,
00:23:31: Leute, sorry, ihr habt recht,
00:23:33: kannst ruhig machen, habt
00:23:35: gemerkt, ist alles, ist nicht so
00:23:39: schlimm, wie ich am Anfang
00:23:40: dachte. Ich glaube, damit bricht
00:23:41: man seiner Autorität auch
00:23:42: keinen Zacken unter Krone,
00:23:43: würde ich jetzt erstmal sagen.
00:23:45: Schauen wir mal, wie es in zehn
00:23:46: Jahren ist.
00:23:48: Ja, jetzt haben wir über unsere
00:23:51: Emotionen als Eltern gesprochen,
00:23:53: haben über die Emotionen der
00:23:55: Kinder gesprochen, jetzt können
00:23:57: wir ja nochmal gucken, wie wir
00:23:58: beides zusammen kriegen. Den
00:23:59: Match. Ich habe das mal mit der
00:24:01: Frage überschrieben, wie
00:24:03: können denn Kinder und Eltern
00:24:05: emotional voneinander lernen?
00:24:07: Ich glaube, dass es da ganz viel
00:24:09: Potenzial gibt und möchte auch
00:24:12: sehr dazu einladen, dieses zu
00:24:14: nutzen, weil ich glaube, dass
00:24:17: man auf jeden Fall mehr Geduld
00:24:21: bekommt und durch Kinder, schon
00:24:23: mal generell, das kam ja auch
00:24:25: schon mal in einer unserer
00:24:26: Folgen zum Anklang, einer
00:24:28: unserer ersten, glaube ich sogar.
00:24:32: Jetzt habe ich vergessen, was
00:24:33: ich sagen wollte, warte, ich
00:24:34: überlege noch einmal kurz. Ah
00:24:35: ja, genau, und dass man dadurch
00:24:38: auch viel mehr Geduld mit sich
00:24:39: selber findet und mit seinen
00:24:42: eigenen Emotionen. Ihr habt es
00:24:43: jetzt ja am Anfang, oder ich
00:24:44: habe es ja vorhin schon gesagt,
00:24:45: dass ich jetzt auch probiere, da
00:24:47: so ein bisschen an mir zu
00:24:48: arbeiten oder da auch zu lernen,
00:24:50: weil man, glaube ich, jetzt viel
00:24:53: einfacher natürlich durch das
00:24:54: Verhalten gegenüber den Kindern
00:24:55: auch merkt, wo man dann selber
00:24:56: an seiner Grenze ist. Und das
00:25:00: gibt einem, glaube ich, sehr
00:25:01: viel Ruhe und das wirkt sich
00:25:04: sicherlich auch positiv auf
00:25:05: alles andere aus, was man tut.
00:25:06: Ja, also dieses Thema Lernen und
00:25:09: irgendwie sich selber beobachten,
00:25:10: das ist ja, es fängt ja in fast
00:25:11: jeder Folge mit, werdet ihr
00:25:13: schon wahrgenommen haben, ist
00:25:15: auch was, was wir, glaube ich,
00:25:16: sehr faszinierend finden, wie
00:25:18: man einfach in dem Moment, wo
00:25:20: man Eltern wird und irgendwie
00:25:22: versucht, einfach bestmöglich
00:25:23: für das Kind, für die Kinder
00:25:25: da zu sein, unfassbar über sich
00:25:27: selber hinauswächst.
00:25:30: Ja, weil du halt immer sehr,
00:25:33: auch mit sehr nackten Emotionen
00:25:36: konfrontierst bist bei Kindern,
00:25:38: weil die sind ungefiltert, die
00:25:39: sind echt und sind auch immer
00:25:44: ernst gemeint. Ich meine, dass
00:25:45: das jetzt so mit dieser
00:25:46: Bauchschmerzsache anfängt, das
00:25:47: ist das erste Mal. Und du hast
00:25:50: halt, wo man sowas, wo sowas
00:25:52: dann halt kommt, aber eigentlich
00:25:53: hast du immer sehr ehrliche,
00:25:55: aufrichtige und ganz klare
00:25:57: Emotionen. Das ist ja total cool.
00:26:00: Und unendlich viel Liebe. Ich
00:26:02: meine, das ist halt auch einfach
00:26:03: ein Aspekt. Natürlich spielt
00:26:05: Sorge und Angst und ja, Wut und
00:26:08: Überforderung, das spielt alles
00:26:10: irgendwie eine große Rolle. Und
00:26:11: gleichzeitig findet man dann
00:26:12: aber immer wieder letztlich ja
00:26:14: irgendwie über die Kinder
00:26:16: irgendwie diese Gelassenheit und
00:26:17: irgendwie ein Vertrauen, dass es
00:26:18: schon gut sein wird. Und am Ende
00:26:21: nehmen sich alle in den Arm und
00:26:22: es ist irgendwie in Ordnung. Und
00:26:25: man darf Fehler machen. Da muss
00:26:27: ich jetzt natürlich an dieses
00:26:28: wundervolle Bilderbuch denken.
00:26:31: wo drinsteht, dass man eben
00:26:34: Fehler macht und dann zu Hause
00:26:35: lernt, es gerade zu biegen. Und
00:26:37: hätte er da sofort drauf
00:26:38: eingestiegen, ist und so, nee,
00:26:40: Papa macht nie Fehler. Und ich
00:26:42: dann erklärt habe, dass auch
00:26:43: Papa Fehler macht. Und das ist
00:26:45: vollkommen in Ordnung, es Fehler
00:26:46: zu machen. Und dass man dann
00:26:48: aber eben sich entschuldigt und
00:26:51: eben lernt, irgendwie zu sagen,
00:26:53: ja, das war jetzt vielleicht
00:26:54: nicht so gut. Und genau darum
00:26:55: geht es.
00:26:56: Ja, total. Und ich glaube, dass
00:27:00: man den Kindern ganz viel
00:27:01: mitgeben kann, wenn man ehrlich
00:27:04: Emotionen auch zeigt und die
00:27:05: auch erklärt, darüber spricht,
00:27:08: weil es für das weitere Leben
00:27:11: für uns alle, und das merken
00:27:12: wir jetzt Erwachsene, glaube ich
00:27:14: immer wieder, auch gut ist, wenn
00:27:16: man auch zu seinen Emotionen
00:27:17: nochmal stehen kann und eben sie
00:27:19: nicht die ganze Zeit
00:27:21: zurückhalten muss. Ich meine,
00:27:22: klar, dass du jetzt nicht den
00:27:25: Wutanzahl bekommen solltest,
00:27:27: weil jemand einen Schokobon
00:27:28: gegessen hat. Okay, das ist ja
00:27:30: aber auch ein Lernprozess, dass
00:27:31: du eben guckst, welche Emotionen
00:27:33: sind, kann man auch mal
00:27:35: öffentlich zeigen und welche
00:27:36: nicht. Ich meine, guck mal,
00:27:38: Wunder von Bern, ihr kennt den
00:27:40: Film, viele von euch kennen den
00:27:41: Film. Und es gibt ja diese,
00:27:42: finde ich, diese sehr
00:27:43: eindrückliche Szene, wo der
00:27:45: Vater zu seinem Jungen sagt,
00:27:47: deutsche Männer oder Jungs
00:27:49: weinen nicht. Warum nicht? Ja,
00:27:52: und das ist, ich finde, das ist
00:27:54: jetzt klar sehr pathetisch, Aber
00:27:57: das war halt lange so und ich
00:28:00: finde super wichtig, dass man
00:28:02: als Mann weint, auch das einfach
00:28:05: mal zeigt, weil wir finden die
00:28:08: Emotionen ja auch genauso. Und
00:28:09: ich glaube, dass es den Kindern
00:28:12: eben auch gut tut, wenn die
00:28:14: sehen, diese Emotionen sind
00:28:15: vorhanden, die gibt es, es ist
00:28:17: schon wichtig, dass man sie auch
00:28:18: zeigen darf.
00:28:19: Naja, und den Umgang damit, also
00:28:22: mit den unterschiedlichsten
00:28:23: Emotionen, den kann man
00:28:24: natürlich nur lernen, wenn
00:28:26: Emotionen grundsätzlich erlaubt
00:28:27: sind und vorhanden sind.
00:28:28: Danke, dass du mir hilfst.
00:28:30: Darauf wollte ich nämlich
00:28:30: hinaus.
00:28:31: Und zwar ja in beide Richtungen,
00:28:32: also sowohl die Emotionen, die
00:28:34: so gerne irgendwie als negativ
00:28:36: beschrieben werden, als auch
00:28:38: eben Freude und
00:28:39: Begeisterungsfähigkeit und
00:28:42: irgendwie Mitgefühl und also
00:28:44: eben all diese Emotionen. Ich
00:28:45: glaube, dich irgendwie bewusst
00:28:47: zu machen, dass wir da, auch
00:28:48: wenn es natürlich logisch ist
00:28:50: eigentlich, aber dass wir da das
00:28:51: Vorbild sind und der Spiegel
00:28:52: sind. Und wenn wir zeigen, wie
00:28:54: wir damit umgehen und wie wir
00:28:55: mit Fehlern umgehen und wie wir
00:28:56: mit Streit umgehen und mit Wut
00:29:00: und Überforderung, dann können
00:29:01: wir das auch. Und wir aber auch
00:29:03: die Freude teilen und auch
00:29:07: deutlich machen, was uns
00:29:10: vielleicht auch Spaß macht.
00:29:13: Also ich glaube, über all das
00:29:15: Reden und damit zu ermöglichen,
00:29:18: dass Kinder mit ihren Emotionen
00:29:21: selber auch einen eigenen Umweg
00:29:24: finden.
00:29:25: Danke, das fasst du nochmal sehr
00:29:27: schön zusammen. Da fehlten mir
00:29:28: gerade so ein bisschen die Worte
00:29:29: für. Das hast du sehr schön
00:29:31: nochmal zusammengefasst. Vielen
00:29:33: Dank. Sehr gerne. Und ein
00:29:35: schneller Gedanke noch zum
00:29:36: Abschluss. Ich finde, man lernt
00:29:39: ja in seinem Leben meistens oder
00:29:41: nimmt meistens dort am meisten
00:29:43: mit, wo es eben nicht 100% gut
00:29:46: gelaufen ist und hinterfragt
00:29:48: dann das meistens ja nochmal
00:29:50: oder denkt dann, okay, was ist
00:29:51: schief gelaufen. Und ich glaube,
00:29:54: deswegen ist es auch gut, dass
00:29:55: auch mal dann negative Emotionen
00:29:57: da sein dürfen und auch mal
00:29:58: Situationen, wo man dann einfach
00:29:59: mal sagt, okay, was war gerade
00:30:02: los? Wie kann das vielleicht
00:30:04: besser aussehen? Und eben dann
00:30:06: guckt, dass man das einfach in
00:30:07: der Zukunft besser macht.
00:30:09: Und Emotionen dürfen dann
00:30:10: einfach normal sein.
00:30:11: Ganz genau. Absolut. Ja, ein
00:30:15: schönes Schlusswort. Und in
00:30:17: diesem Sinne schicken wir euch
00:30:19: jetzt noch in eine, hoffentlich
00:30:20: für euch alle sehr, sehr
00:30:22: schöne und so ruhig wie es geht,
00:30:24: seiende Adventszeit. Aber
00:30:25: emotional. Aber emotional,
00:30:27: unbedingt. Und kleiner
00:30:29: Werbeblock noch. Wir machen
00:30:30: dieses Jahr wieder einen
00:30:31: Jahresrückblick. Der kommt dann
00:30:32: auch gegen Ende des Jahres.
00:30:35: Hört das gerne dann auch rein.
00:30:37: Und dann wünschen wir euch
00:30:38: einfach eine ganz schöne Zeit
00:30:39: und lasst es euch gut gehen. Bis
00:30:40: zum nächsten Mal.
00:30:41: Ciao.
00:30:42: Macht's gut.
00:30:43: Das war das Mäuseballett von
00:30:45: und mit Dala und Martin.
00:30:47: Wenn euch die heutige Folge
00:30:49: gefallen hat, schaut gerne auf
00:30:50: Instagram vorbei. Ihr findet
00:30:51: alle Informationen in den Show
00:30:53: Notes.
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