#26 Geschwister: Teilen, Streiten, Lieben, Lernen
Shownotes
Geschwisteralltag in Echtzeit: Wir sind noch im Urlaub, die Nächte sind frisch, im Hintergrund läuft die Standheizung, und wir reden über ein Thema, das bei uns gerade „jeden Tag sehr intensiv“ ist: Die Geschwisterbeziehung unser Mädels
Wir schauen auf drei große Baustellen, die wahrscheinlich jeder mit mehr als einem Kind kennt:
Teilen lernen: Warum immer genau das spannend ist, was das Geschwisterkind gerade hat, und wie schnell daraus Konflikte entstehen. Fairness und Ausgleich: Wie wir jeden Tag versuchen für diese Themen den besten Weg zu finden und glauben das das für Eltern ein Leben lang aktuell bleibt. Emotionen und Elterngefühl: Wie sehr diese Dynamik auch mit uns als Eltern etwas macht, inklusive diesem „Wechselbad der Gefühle“.
**Die Frage an Euch: **Wie löst ihr das bei euch, wenn beide gleichzeitig das Gleiche wollen?
Liebe!
Dahla und Martin
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Transkript anzeigen
00:00:07:
00:00:07: Herzlich Willkommen zu einer
00:00:08: neuen Erführung des
00:00:09: Mäuseballets, dem Podcast über
00:00:11: das wilde Leben junger Eltern.
00:00:13: Von und mit Dahla und Martin.
00:00:15: Hallo. Moin, auch von mir. Ihr
00:00:18: Lieben, kleine Kunstpause. Neue
00:00:20: Folge von uns, immer noch aus
00:00:22: dem Urlaub. Im Hintergrund
00:00:24: läuft unsere Standheizung, die
00:00:25: Nächte sind immer noch etwas
00:00:26: frisch. Das soll uns aber nicht
00:00:27: davon abhalten, heute über ein,
00:00:30: wir erleben es gerade, jeden Tag
00:00:32: sehr intensives Thema zu
00:00:34: sprechen. Dala, um was soll es
00:00:35: gehen?
00:00:36: Heute geht es um Geschwister und
00:00:38: zwar wird unsere Wilma bald
00:00:40: schon zwei Jahre alt. Heißt
00:00:42: also nicht nur wir zwei Jahre
00:00:44: zweifache Eltern, sondern auch
00:00:46: zwei Jahre Geschwister. Und wir
00:00:49: wollen mit euch gerne, ja,
00:00:51: unsere bisherigen Eindrücke,
00:00:52: Erfahrungen, Learnings teilen.
00:00:54: Es gibt vieles und wir können
00:00:56: uns aber auch, glaube ich, auch
00:00:56: sehr gut mittlerweile vorstellen,
00:00:58: dass da noch vieles kommt. Oh ja.
00:01:00: Genau. Ja, aber vorher müssen
00:01:03: wir natürlich zu den Highlights
00:01:04: der Woche kommen.
00:01:07: Martin, du bist eindeutig dran.
00:01:10: Nochmal eine kleine Kunstpause
00:01:11: gemacht. Ich bin, das stimmt,
00:01:13: ich bin dran. Ich habe gerade
00:01:15: länger überlegt, wir haben,
00:01:16: bevor wir die Aufnahme gestartet
00:01:18: haben, bin ich in mich gegangen.
00:01:20: Ich habe mir einen Moment
00:01:22: rausgesucht, als wir noch im
00:01:24: Zittauer Gebirge waren und den
00:01:29: Tag, an dem wir vorher Bahn
00:01:32: gefahren sind, Zittauer
00:01:33: Schmarschspurbahn war sehr
00:01:34: schön, und dann noch spontan
00:01:37: eine kleine Wanderung
00:01:38: angeschlossen haben. Und diese
00:01:39: Wanderung, wie wir die, ich sag
00:01:42: mal, ich will uns jetzt nicht
00:01:43: über den Klee loben, aber wie
00:01:45: wir die rasiert haben und
00:01:47: irgendwie dann da noch mit den
00:01:49: Kindern oben waren und das auch
00:01:51: in einem wirklich, ich glaube in
00:01:52: anderthalb Stunden oder so,
00:01:53: haben wir die da durchgezwiebelt.
00:01:55: Und da war ich irgendwie stolz.
00:01:56: Das war cool nach dem Tag, das
00:01:58: tat unfassbar gut. Und ja, da
00:02:01: fand ich uns toll.
00:02:02: Und beide Kinder gelaufen sind
00:02:05: und hätte da sogar, ja, also
00:02:07: mindestens die Hälfte auch
00:02:08: komplett mit. Das war cool, ja.
00:02:10: Das war wirklich schön. Ich bin
00:02:11: auf deines gespannt, weil es mir
00:02:13: wirklich schwer eins
00:02:13: auszuwählen zwischen den.
00:02:14: Ja, ich habe auch bei dem
00:02:16: gehangen, was du jetzt erzählt
00:02:17: hast. Witzig. So ist das im
00:02:18: Urlaub. Man tauscht sich ja doch
00:02:20: auch viel über die Highlights
00:02:21: aus. Das ist im Alltag manchmal
00:02:23: ein bisschen überraschender,
00:02:24: was dann für den anderen
00:02:24: jeweils das Highlight ist. Für
00:02:27: mich ist es das Meer. Wir haben
00:02:29: uns ein paar Tage später auf
00:02:32: unserer Reise entschieden, okay,
00:02:33: es wird jetzt irgendwie Zeit
00:02:34: fürs Meer. Das Wetter wird
00:02:36: langsam besser. Und waren einen
00:02:39: vollen langen Tag in einem sehr,
00:02:41: sehr empfehlenswerten
00:02:43: Freizeitpark, Kulturinsel
00:02:46: Einsiedel, falls ihr mal
00:02:47: irgendwie in Sachsen unterwegs
00:02:48: seid. Also sehr zu empfehlen.
00:02:50: Und ja, die Kinder waren danach
00:02:53: ziemlich zerstört. Und Martin
00:02:54: und ich haben uns spontan dazu
00:02:55: entschlossen, fahren wir doch
00:02:57: jetzt einfach bis ans Meer. Und
00:02:59: Leute, ich weiß nicht, wie es
00:03:00: euch geht, aber man muss einfach
00:03:02: halbwegs regelmäßig am Meer
00:03:04: sein. Das tut einfach gut. Und
00:03:06: wir sind dann bis nachts um halb
00:03:08: zwei da mehr oder weniger
00:03:09: durchgefahren, um ans Meer zu
00:03:11: kommen und sind seitdem auf
00:03:12: Usedom. Und es hat sich total
00:03:14: gelohnt. Das Wetter ist toll.
00:03:15: Und heute war ich zum Beispiel
00:03:17: schon sehr schön mit den
00:03:18: Kindern in den Wellen,
00:03:20: beziehungsweise Wellen sind an
00:03:21: der Ostsee ja so, naja. Hallo,
00:03:23: kein Ostsee-Bashing, bitte.
00:03:25: Entschuldigung. Also am Wasser
00:03:27: und am Strand planschen und ja,
00:03:29: das Wasser kommt einem heute
00:03:30: schon wieder gar nicht mehr so
00:03:31: kalt vor wie gestern. Also alles
00:03:34: wunderbar. Morgen sehe ich mich
00:03:35: drin. Oh, ich bin gespannt. Ja.
00:03:39: So, aber genug der Highlights.
00:03:41: Auch wenn ihr zu Hause gerade
00:03:43: keinen Urlaub habt, hoffen wir,
00:03:45: dass ihr euch auch schöne...
00:03:46: Euch jetzt wie Urlaub fühlt,
00:03:47: bei dem wir es beschrieben haben.
00:03:48: Genau. Oder zeitnah einen Urlaub
00:03:52: plant. Und dass ihr auch sehr
00:03:55: schöne Highlights rausgesucht
00:03:56: habt von eurer vergangenen Woche
00:03:58: oder den letzten Tagen. Genau.
00:04:01: Kommen wir zurück zum Thema.
00:04:03: Martin und ich haben im Übrigen,
00:04:05: das können wir irgendwie mal
00:04:06: vorweg oder voranstellen, auch
00:04:10: beide Geschwister. Wir sind
00:04:11: jeweils die Ältesten, also oder
00:04:13: die Älteren.
00:04:14: Und natürlich auch die
00:04:15: Verantwortungsvollen und
00:04:17: Vernünftigeren.
00:04:18: Genau. Wahrscheinlich werden
00:04:19: jetzt viele von euch denken, ach,
00:04:21: jetzt wird mir alles klar. Ja,
00:04:22: das hört man ja schon raus. Ja,
00:04:26: und auch keine Überraschung
00:04:28: für alle, die Kinder haben und
00:04:30: vor allem dann auch mehrere
00:04:31: Kinder haben, dass das
00:04:33: natürlich oft sehr
00:04:34: herausfordernd ist. Ich habe
00:04:36: immer gedacht, naja, das wird
00:04:38: dann immer einfacher, je älter
00:04:39: die Kinder werden. Da muss ich
00:04:42: jetzt sagen, da habe ich jetzt
00:04:44: doch schon viele Erfahrungen
00:04:45: gemacht und mir auch schon oft
00:04:46: sagen lassen, naja, die
00:04:48: Herausforderungen zwischen den
00:04:50: Geschwisterkindern verändern
00:04:52: sich halt vielleicht nur, aber
00:04:53: dass es jetzt so schnell
00:04:54: irgendwie viel einfacher wird,
00:04:57: vielleicht auch Also ein Fluss.
00:04:58: Aber man muss sagen, wie bei so
00:05:02: vielem, was mit Kindern zu tun
00:05:04: hat, diese Situationen werden
00:05:05: halt tausendmal wettgemacht mit
00:05:08: Situationen, in denen einem
00:05:10: wirklich das Herz schmilzt. Sagt
00:05:11: man das so sagen? Weiß ich
00:05:12: nicht. Ja. Bei mir ist es zum
00:05:14: Beispiel, wenn die Kinder
00:05:16: irgendwie aufeinander zurennen
00:05:17: und sich einfach in den Arm
00:05:19: nehmen, da könnte ich wirklich
00:05:20: kein Los heulen vor Freude in
00:05:22: solchen Momenten. Ich weiß
00:05:23: nicht, Martin, was sind das bei
00:05:25: dir für Momente, wo du sagst,
00:05:26: ey, das sind echt die absoluten
00:05:28: Herzmomente?
00:05:30: Ich finde, das klingt ja immer
00:05:32: so ein bisschen wie, es hat ja
00:05:34: schon ein bisschen was von
00:05:35: irgendwie wieder ein Euro ins
00:05:37: Phrasenschwein, wenn man sagt,
00:05:38: man wird da irgendwie total für
00:05:40: entschädigt. Aber ich finde,
00:05:42: das trifft schon auch einiges.
00:05:44: Also weil es ist schon was sehr
00:05:46: Besonderes, wenn dein eigenes
00:05:48: Kind oder deine eigenen Kinder
00:05:50: irgendwie gemeinsam durch das
00:05:54: Leben gehen und vor allen Dingen
00:05:55: auch wirklich mit Betonung auf
00:05:57: gemeinsam und bei dem Köpfe
00:06:00: einschlagen, was irgendwie unter
00:06:02: Geschwistern, glaube ich, auch
00:06:03: einfach dazu gehört, eben dann
00:06:05: auch diese Momente, wenn es
00:06:06: wirklich darauf ankommt, eben
00:06:08: einfach zueinander zu stehen.
00:06:09: Und da werden wir gleich noch
00:06:10: zukommen, das merkt man, finde
00:06:11: ich, jetzt schon teilweise. Und
00:06:14: für mich sind genau das diese
00:06:15: Momente, wenn sie dann
00:06:18: quietschend und fidel
00:06:20: hintereinander herrennen, und
00:06:21: wenn Wilma ihre große Schwester
00:06:23: jagt, wenn du dann irgendwie
00:06:24: beide an der Hand hast und sie
00:06:27: beide was erzählen oder Hedda
00:06:28: was vormacht und Wilma sofort
00:06:30: sagt, ich auch. Und immer selber,
00:06:32: also Wilma will auch jetzt immer
00:06:34: schon alles selber machen. Das
00:06:36: ist natürlich inspiriert von
00:06:37: ihrer großen Schwester. Das
00:06:38: sind schon so die Sachen, da
00:06:40: geht schon mein Herz auf. Also
00:06:42: das ist schon was sehr
00:06:43: Besonderes. Und es geht auch
00:06:43: nochmal über dieses Simple, ich
00:06:45: werde hier für irgendwas
00:06:46: entschädigt hinaus, sondern das
00:06:47: ist schon so, auch auf dieser
00:06:49: zwischenmenschlichen Ebene, wo
00:06:50: ich so denke, boah, wirklich
00:06:52: sehr besondere Momente, sehr,
00:06:55: sehr schön.
00:06:56: Aber ich glaube, was aus deiner
00:06:57: Beschreibung oder unserer jetzt
00:06:59: schon sehr deutlich hervorgeht,
00:07:01: ist, dass das jetzt gerade an so
00:07:03: intensiven Urlaubstagen, sonst
00:07:05: aber dann halt in den Stunden am
00:07:07: Tag, die man dann halt die
00:07:08: Kinder erlebt, oder am
00:07:09: Wochenende, es wirklich so ein
00:07:11: komplettes Auf und Ab an
00:07:15: Emotionen ist. Und irgendwie
00:07:16: alle Emotionen von eben dann
00:07:18: streiten sie, dann ist man
00:07:19: wieder überfordert. Dann ist es
00:07:21: eine absolute Liebe und
00:07:22: Innigkeit und man ist einfach
00:07:24: nur im siebten Himmel gefühlt,
00:07:26: dass das alles irgendwie
00:07:28: gefühlt zu jedem Tag
00:07:28: dazugehört und glaube ich ganz
00:07:31: normal ist. Auch innerhalb von
00:07:32: Sekunden einfach so. Und das ist
00:07:35: schon was, ich weiß nicht, ob
00:07:37: man sich das vorstellen kann,
00:07:38: wenn man das noch nie erlebt hat,
00:07:39: weil das ist schon irgendwie, ja,
00:07:42: also so ein Wechselbad der
00:07:44: Gefühle, sowohl bei den Kindern
00:07:46: selbst, aber ja auch, das macht
00:07:47: ja auch was mit einem selber,
00:07:49: gerade wenn man vielleicht dann
00:07:50: auch alleine mit beiden Kindern
00:07:51: ist. Ja, das ist schon was sehr
00:07:54: Außergewöhnliches, glaube ich.
00:07:55: Ja, das glaube ich auch. So,
00:07:57: genau. Wir haben uns überlegt,
00:07:59: dass wir natürlich darüber
00:08:01: sprechen wollen, was haben wir
00:08:02: bisher irgendwie bei unseren
00:08:03: Kindern beobachtet, was haben
00:08:04: wir bei uns selbst beobachtet
00:08:06: und was hat vielleicht gut
00:08:08: funktioniert, wo haben wir also
00:08:10: irgendwie besondere Learnings,
00:08:12: was fällt uns aber vielleicht
00:08:13: eben auch irgendwie nach wie vor
00:08:14: schwer und ja, was sind in
00:08:18: unseren Augen wichtige Punkte.
00:08:19: Und wir haben uns dafür quasi
00:08:21: so drei Oberthemen überlegt.
00:08:23: Zum einen ist das Thema Teilen
00:08:26: bei Geschwistern natürlich ein
00:08:27: riesengroßes Thema. Dann die
00:08:30: Frage irgendwie einerseits alles
00:08:32: gleich machen wollen, aber
00:08:33: trotzdem natürlich auch total
00:08:34: unterschiedlich sein. Wie geht
00:08:35: man damit eigentlich um?
00:08:39: Da wäre es nochmal kurzer
00:08:41: Reminder, wir müssen irgendwann
00:08:42: mal unsere Freunde dazu bewegen,
00:08:45: mal eine Zwillingsfolge
00:08:46: aufzunehmen. Oh ja. Grüße
00:08:48: gehen raus. Und drittes Thema,
00:08:52: irgendwie füreinander da sein,
00:08:54: miteinander agieren und so
00:08:56: dieses Thema. Genau, also hinter
00:09:00: diesen drei Themen verbirgt sich
00:09:01: ganz, ganz viel. Wir steigen
00:09:02: jetzt einfach mal ein beim Thema
00:09:04: Teilen. Martin, was sind deine
00:09:06: Assoziationen?
00:09:07: Ja, das Erste ist natürlich,
00:09:08: dass das, was am
00:09:11: allerspannendsten ist, immer das,
00:09:13: was das Geschwisterkind gerade
00:09:15: hat, ist, unabhängig davon, wie
00:09:18: oder was man sich vorher
00:09:19: beschäftigt hat. Also wenn
00:09:22: Heather friedlich in ihrer
00:09:23: Küche spielt, wenn Wilma dann
00:09:25: aber auf einmal ihre Puppe nimmt
00:09:27: oder irgendwas anderes, was sie
00:09:29: zu ihrem erweiterten Radius
00:09:30: zählt, dann ist aber Holland in
00:09:33: Not. Das ist eigentlich das
00:09:35: allererste, was mir dazu
00:09:36: einfällt, weil das ist das, was
00:09:38: für mich auch am
00:09:39: herausforderndsten ist, weil ich
00:09:40: so denke, oh Mädels, ihr spielt
00:09:42: gerade eigentlich total schön
00:09:44: und ruhig mit dem jeweiligen
00:09:47: Objekt, was ihr gerade bespielt.
00:09:49: Es ist doch ganz egal, was die
00:09:51: andere hat. Also das ist
00:09:53: wirklich das, was für mich das
00:09:55: herausforderndste ist.
00:09:55: Das sind eigentlich Momente, in
00:09:56: denen man fast wirklich genervt
00:09:58: ist und eigentlich nur einfach
00:09:59: aus dieser Situation rauskommen
00:10:01: will, das irgendwie geregelt
00:10:02: haben will und sich wirklich,
00:10:03: finde ich, dann echt auch
00:10:07: zusammenreißen muss, sie nicht
00:10:08: blöd anzumachen, weil das
00:10:10: einfach so unnötig
00:10:11: Und das wird halt natürlich
00:10:12: auch durch Wilmers älter werden,
00:10:17: natürlich immer akuter, weil
00:10:20: sie jetzt in der Phase ist, wo
00:10:22: sie alles mitmachen will, das
00:10:23: aber natürlich jetzt noch nicht
00:10:24: so kann oder versteht, finde ich
00:10:27: immer, das ist eigentlich das
00:10:28: falsche Wort, aber noch nicht so
00:10:29: kann wie jetzt eben Hedda. Und
00:10:31: dadurch spitzt sich das,
00:10:32: zumindest Stand jetzt gerade,
00:10:34: finde ich schon immer sehr zu,
00:10:36: auch wenn es jetzt manchmal auch,
00:10:38: finde ich sogar schon wieder ein
00:10:39: bisschen besser geworden ist,
00:10:39: ist es irgendwie so, ja,
00:10:41: vielleicht auch einfach sehr
00:10:42: tagesformabhängig.
00:10:44: Ja, meins, deins ist irgendwie
00:10:46: ein wichtiges Thema. Also selbst
00:10:49: wenn es dann irgendwie wirklich
00:10:50: so ist, dass irgendwie ein
00:10:51: bestimmtes Buch Hedda gehört,
00:10:52: ein bestimmtes Buch Wilmer
00:10:53: gehört, dann ist das irgendwie
00:10:55: auch, dann wird das die ganze
00:10:56: Zeit so betont, darf ich mal
00:10:58: dein Buch haben, ich möchte
00:11:00: aber Wilmers ich möchte aber
00:11:01: Wilmers Rucksack, ich möchte
00:11:03: aber also so. Und gleichzeitig
00:11:04: gibt es dann natürlich wirklich
00:11:06: auch Sachen, da fällt mir jetzt
00:11:08: vor allem Heddas Laufrad ein,
00:11:11: dass halt Wilmer auch noch nicht,
00:11:13: also das, ja, das wird jetzt
00:11:15: wichtig, also man merkt
00:11:16: irgendwie, sie kommt jetzt in
00:11:17: die Phase, da brauchst du ein
00:11:18: Laufrad, ist aber zu klein für
00:11:20: Heddas, also es ist irgendwie
00:11:21: klar, Heddas ist nicht Wilmers
00:11:23: Laufrad und das ist auch nicht,
00:11:24: das kann sie auch nicht nutzen.
00:11:24: Da kommt sie auch nicht auf den
00:11:25: Gedanken. Naja, sie findet das
00:11:27: interessant, aber es ist halt.
00:11:28: Aber sie nimmt sie nicht weg.
00:11:29: Und ich finde es auch
00:11:30: interessant, dass es so ein paar
00:11:31: Gegenstände gibt, die schon
00:11:34: irgendwie ganz klar zugeordnet
00:11:36: sind. Das betrifft zum Beispiel
00:11:37: unsere Handys, das finde ich bei
00:11:39: beiden Kindern ganz klar, das
00:11:41: ist Mamas und Papas, das
00:11:44: betrifft irgendwie Getränke,
00:11:45: also irgendwie niemand kommt auf
00:11:47: die Idee, jetzt mal was von
00:11:47: meiner Cola zu nippen, das ist
00:11:48: ja auch ganz klar, was ich super
00:11:49: interessant finde eigentlich.
00:11:51: Das ist aber auch gut so. Ja,
00:11:53: aber warum ist das da so? Das
00:11:55: ist ja so die Frage, die ich mir
00:11:56: da stelle. Ja, aber bei den
00:11:59: Sachen, die Sie irgendwie
00:12:01: betreffen, da gelingt es nicht.
00:12:03: Also da ist es wirklich so, dass
00:12:04: man immer das haben will, was
00:12:06: der andere gerade hat oder es
00:12:08: dann eben genau dieses Mein
00:12:09: Steins Thema ist, dass dann da
00:12:11: schon sehr klar unterschieden
00:12:12: wird und dann darauf oft
00:12:13: bestanden wird, wenn dann die
00:12:15: andere den Rucksack von der
00:12:16: anderen hat, dass das eben jetzt
00:12:17: gerade aber doof ist und so
00:12:18: weiter. Und was würdest du
00:12:20: sagen, wie gehen wir damit um?
00:12:22: Ja, beziehungsweise ich wollte
00:12:23: gerade noch voranstellen oder
00:12:25: vorwegstellen, dass ich mich ein
00:12:28: bisschen frage, wo dran liegt es
00:12:30: eigentlich? Also weil das ist
00:12:31: einerseits natürlich irgendwie
00:12:32: eine Konkurrenz und ein Neid,
00:12:33: die andere hat gerade was, was
00:12:34: ich irgendwie auch interessant
00:12:35: finde und was dadurch
00:12:36: interessant wird, dass die
00:12:37: andere es hat. Es hat aber,
00:12:39: glaube ich, auch was mit
00:12:40: Nachahmung zu tun. Also weil
00:12:42: diese Geschichte jetzt gerade
00:12:43: von dir mit naja, meine Cola
00:12:46: wird nicht von denen angerührt,
00:12:48: trotzdem spielen sie, dass sie
00:12:50: dann Cola trinken oder dass sie
00:12:51: dann Kaffee trinken. Es gab
00:12:54: sogar schon Zeiten, haben sie
00:12:55: dann gespielt, dass sie Bier
00:12:56: trinken. So, da muss man ja auch
00:12:57: erst mal, das muss man auch erst
00:12:58: mal gewechselt kriegen.
00:13:00: Dabei trinken wir ja gar nicht
00:13:01: nie, wir trinken ja nie Bier.
00:13:02: Ich weiß gar nicht, wie sie
00:13:03: darauf kommen.
00:13:04: Insofern ist es, glaube ich,
00:13:06: irgendwie auch, ja, jetzt bei
00:13:09: deiner Frage, wie gehen wir
00:13:11: damit um, Ich glaube, irgendwie
00:13:13: sich halt auch immer wieder
00:13:14: klarzumachen, erstens ist es
00:13:15: ganz normal, zweitens ist es
00:13:18: offensichtlich nicht einfach nur
00:13:20: random Neid, sondern irgendwie
00:13:22: brauchen sie das, um sich damit
00:13:24: auseinanderzusetzen, was möchte
00:13:27: ich, was gehört mir, was
00:13:29: gehört mir nicht, was steht mir
00:13:30: zu, was steht mir nicht zu und
00:13:31: so. Also ich glaube, da sind
00:13:33: einfach sehr viele wichtige
00:13:35: Prozesse dahinter und sich das
00:13:36: irgendwie möglichst oft
00:13:37: klarzumachen, ist, glaube ich,
00:13:38: wichtig und klingt jetzt
00:13:40: irgendwie banal, aber was für
00:13:42: uns schon irgendwie mittlerweile,
00:13:44: also am Anfang mal so ein
00:13:45: Gamechanger-Ding war und
00:13:47: mittlerweile irgendwie total
00:13:48: selbstverständlich ist, wir
00:13:50: haben die Dinge halt in der
00:13:51: Regel zweimal. Das ist
00:13:52: natürlich bei Geschwistern mit
00:13:54: Sicherheit, die dann viel
00:13:56: weitere Abstände haben als
00:13:57: unsere, eine andere Geschichte
00:13:59: und wir haben uns das, würde
00:13:59: ich sagen, schon so ein bisschen
00:14:02: bei unseren Freunden mit den
00:14:03: Zwillingen irgendwie auch
00:14:04: abgeguckt, also da kommt glaube
00:14:06: ich die Idee her und wir fahren
00:14:08: damit halt super gut und oft
00:14:11: macht es Sinn, dass es dann
00:14:12: vielleicht nicht genau die
00:14:13: gleichen Sachen sind, damit man
00:14:15: das irgendwie auch, also jetzt
00:14:16: haben wir ganz neu so
00:14:17: Tiptoe-Bücher für die
00:14:19: Autofahrt vor allem, da macht es
00:14:20: natürlich Sinn, dass es dann
00:14:21: nicht das gleiche Buch zweimal
00:14:22: ist, aber dass auf jeden Fall
00:14:23: beide ein Buch haben.
00:14:25: Und vor allen Dingen auch einen
00:14:25: Stift.
00:14:26: Ja, und ich meine, vorhin zum
00:14:28: Beispiel am Strand haben wir
00:14:29: schon es irgendwie deeskalieren
00:14:31: können, dadurch, dass man
00:14:32: einmal darauf aufmerksam ey, ihr
00:14:34: habt beide genau das Gleiche,
00:14:35: ihr habt die gleichen
00:14:36: Sandförmchen, ihr habt die
00:14:37: gleichen Schaufeln, ihr habt die
00:14:39: gleichen Eimer, jeder hat eins.
00:14:40: Ich, kurzer Rückblick noch auf
00:14:44: meine eigene
00:14:45: Geschwister-Situation, weil du
00:14:46: gerade gesagt hast, ob das dann
00:14:48: nicht so eine Relevanz hat, wenn
00:14:49: man weiter auseinander ist. Mein
00:14:50: Bruder und ich sind dreieinhalb
00:14:51: Jahre auseinander und ich würde
00:14:53: sagen, das hat gar nicht so eine
00:14:54: Relevanz, weil ich habe das
00:14:56: schon auch so wahrgenommen, dass
00:14:58: er auf jeden Fall auch mit den
00:15:00: Sachen spielen wollte, mit denen
00:15:01: ich spiele und ich aber, das
00:15:02: kann ich auch ehrlich so sagen,
00:15:04: auch immer nochmal Sachen
00:15:05: natürlich spannend fand, die er
00:15:08: bespielt, weil ich das dann
00:15:10: natürlich auch mit meinen paar
00:15:11: Jahren mehr auch nochmal, ich
00:15:12: sag mal, ganz anders entdeckt
00:15:14: habe, als ich das in dem Alter
00:15:16: tat.
00:15:17: Oder um einfach zu sagen, ey,
00:15:18: das ist doch meins und dann
00:15:19: fühlt man es plötzlich doch
00:15:20: wieder.
00:15:20: Genau, also ich glaube, ich
00:15:22: würde sagen, das bleibt aktuell.
00:15:25: Ich finde das mit dem irgendwie
00:15:28: des Nachahmens auch nochmal
00:15:29: einen total spannenden Gedanken,
00:15:32: weil darum geht es ja auch
00:15:33: sowieso ganz viel, finde ich
00:15:34: immer, wenn man so dieses
00:15:36: alltägliche Handeln betrachtet,
00:15:38: dass ihnen das eben wichtig ist,
00:15:40: das nachzustellen, was wir tun
00:15:42: und das eben auch in ihr Spiel
00:15:44: zu integrieren, ist auch nochmal
00:15:45: ein guter Gedanke.
00:15:46: Ja, und was ein weiteres
00:15:48: Learning ist, ist auf jeden Fall,
00:15:51: dass wir, glaube ich, relativ
00:15:53: früh erkannt haben, wir
00:15:54: brauchen Zeiten, die wir bewusst
00:15:56: jeweils mit einem der Kinder
00:15:57: alleine verbringen, wo man dann
00:15:59: eben, ohne dass irgendwie auf
00:16:02: die andere, auf das andere Kind
00:16:04: Rücksicht genommen werden muss,
00:16:06: einfach mal nur das machen kann,
00:16:07: was halt dann Hedda oder was
00:16:09: dann halt Wilma gerade besonders
00:16:11: brauchen und wollen. Und ich
00:16:14: glaube, das ist was, das klappt
00:16:17: natürlich jetzt nicht unendlich
00:16:18: oft, das muss man irgendwie
00:16:19: schon, sage ich mal, gefühlt so
00:16:20: ein bisschen organisieren
00:16:21: beziehungsweise wenn jetzt so im
00:16:23: Urlaub, wenn man dann wirklich
00:16:24: zu viert unterwegs ist, klappt
00:16:25: das natürlich irgendwie eher
00:16:26: mal als so vielleicht im Alltag,
00:16:28: wo es gar nicht so wahnsinnig
00:16:29: viele Zeiten gibt, die man zu
00:16:31: viert verbringt und dann will
00:16:32: man die irgendwie auch zu viert
00:16:33: verbringen und nicht irgendwie
00:16:34: zu zwei und zwei. Aber ich
00:16:38: glaube, das ist schon was, wo
00:16:39: man dann irgendwie auch als
00:16:40: Eltern total von profitiert,
00:16:41: weil es einfach gut tut, sich
00:16:43: mal gerade bewusst irgendwie auf
00:16:46: weniger als sonst konzentrieren
00:16:48: zu müssen.
00:16:49: Ja, und vor allem, ich glaube,
00:16:52: dass diese
00:16:53: Entfaltungsmöglichkeit für das
00:16:54: Kind, einfach mal beide Eltern
00:16:55: in dem Moment für sich zu haben,
00:16:57: das ist schon echt nicht zu
00:16:59: unterschätzen. Das haben wir
00:17:00: und das ist ja, glaube ich, ich
00:17:01: weiß gar nicht mal, wie das uns
00:17:03: damals genau, ich sage mal,
00:17:05: aufgefallen ist das falsche Wort,
00:17:06: aber wann das das erste Mal so
00:17:08: war, ich weiß nicht, wir waren
00:17:08: mit Hedda doch einmal nochmal im
00:17:10: Rasti-Land auch allein, ich
00:17:12: komme gerade nicht so richtig
00:17:13: drauf, aber man hat schon
00:17:14: schnell gemerkt, dass das total
00:17:17: wichtig ist und dass es denen
00:17:19: total gut tut, einmal für sich
00:17:22: einfach zu sein, sowohl will man
00:17:24: als eben auch
00:17:24: Ja, wobei das, was du jetzt
00:17:25: gerade ansprichst, das rührt ja
00:17:26: noch so ein bisschen woanders
00:17:27: her, ich meine, Hedda war halt
00:17:29: als erstes da und dann kommt
00:17:30: plötzlich irgendwie jemand dazu
00:17:32: und dann irgendwie trotzdem mal
00:17:33: auch bewusst so zu zeigen, so
00:17:35: hey, du hast uns immer noch und
00:17:38: also das war, glaube ich, zu dem
00:17:40: Zeitpunkt wichtig und jetzt geht
00:17:41: es eher darum eben, dass man mal
00:17:43: so die ungeteilte Aufmerksamkeit
00:17:44: hat und dass man, ja, glaube ich,
00:17:48: für uns, glaube ich, uns tut es
00:17:49: dann auch gut, weil man sich
00:17:50: eben, weil man mal ein bisschen
00:17:51: weniger alles unter einen Hut
00:17:53: kriegen muss. Ja, stimmt.
00:17:54: Das ist schon geistig etwas
00:17:55: entspannender, wenn man nicht
00:17:56: zwei Kindern hinterherläuft,
00:17:58: sage ich mal.
00:17:58: Genau, also ich glaube, das ist
00:17:59: was, das ist immer irgendwie
00:18:00: organisatorisch herausfordernd,
00:18:01: aber dann was, wovon irgendwie
00:18:03: auch alle profitieren.
00:18:03: Total, ja. Kurzer Einschub noch
00:18:05: mal hier zu dem Doppeltbesorgen.
00:18:07: Also natürlich kann man nicht
00:18:09: alles, alles doppelt besorgen.
00:18:10: Es hat natürlich schon eine
00:18:11: finanzielle Dimension, muss man
00:18:12: sagen, dass man jetzt nicht
00:18:13: immer alles doppelt hat. Das
00:18:15: wird sicherlich noch, ich glaube,
00:18:17: mit zunehmendem Alter bei
00:18:19: einigen Dingen relevanter, weil
00:18:21: man das einfach wirtschaftlich
00:18:22: gar nicht, also man kann nicht
00:18:23: immer alles doppelt haben.
00:18:24: Nee, aber ich glaube, so ist es,
00:18:25: also so habe ich es zumindest
00:18:26: bisher auch nicht verstanden,
00:18:28: sondern eher, also wenn ich
00:18:30: jetzt zum Beispiel eben Sachen
00:18:31: packe, dass ich dann schon
00:18:32: bewusst gucke, okay, jeder hat
00:18:33: ein Kuscheltier und jeder hat
00:18:35: eine Puppe und jeder hat ein
00:18:36: Buch und eben die Sandförmchen,
00:18:40: also ich meine, bei der ganzen
00:18:41: Ausfall an Sandförmchen, was
00:18:42: sich so ansammelt, dann eben die,
00:18:46: also so das aufzuteilen, dass
00:18:47: jeder halt das Gleiche haben
00:18:48: kann oder Ähnliches haben kann.
00:18:50: Ich meine, die Sandförmchen
00:18:52: haben da nicht die gleiche Farbe
00:18:53: und so, mein Gott, ja. Und ich
00:18:56: glaube, dass das auch in Zukunft,
00:18:57: wenn es dann darum geht, keine
00:18:58: Ahnung, die eine hat einen
00:19:01: Roller und die andere hat das
00:19:03: Laufrad, dann ist das auch gut,
00:19:04: aber dass jeder halt irgendwie
00:19:05: was
00:19:05: Ja, ich verstehe deinen Gedanken
00:19:07: auch. Also ich bin da auch voll
00:19:08: bei dir.
00:19:08: Und ich glaube, dafür brauchst
00:19:10: du irgendwie eher, also gar
00:19:11: nicht unbedingt, ist es nicht
00:19:12: eine Frage von Konsum und von
00:19:13: Anschaffung, sondern glaube ich,
00:19:15: eher so eine Frage von, ach, von
00:19:18: vornherein irgendwie einen Blick
00:19:20: haben, dass für beide was da
00:19:22: ist.
00:19:23: Also eher so die Dinge des
00:19:24: Alltags, würdest du vielleicht
00:19:25: auch sagen, jetzt nicht so
00:19:27: special Sachen, oder? Ja. Um das
00:19:30: mal so ein bisschen anschaulich
00:19:31: zu machen noch.
00:19:33: Okay, kommen wir mal zum zweiten
00:19:35: Thema, oder? Unbedingt. Gleich
00:19:37: und unterschiedlich. Ich glaube,
00:19:40: es geht dabei eigentlich im
00:19:42: Wesentlichen um den Spagat
00:19:44: zwischen irgendwie gleiche
00:19:46: Maßstäbe anzulegen und
00:19:47: trotzdem die beiden Kinder Die
00:19:50: Individualität. ganz genau in
00:19:52: ihrer Unterschiedlichkeit
00:19:53: irgendwie auch ja, bewusst
00:19:55: wahrzunehmen, das irgendwie auch
00:19:57: zu beobachten, kennenzulernen.
00:20:00: Ich meine, da sind wir ja gerade
00:20:01: irgendwie noch am Suchen und am,
00:20:02: ja eben, beobachten und
00:20:03: rausfinden, was braucht denn
00:20:05: eigentlich wer und was mag
00:20:07: jemand, also was mag wer
00:20:08: besonders gerne und wo liegen
00:20:11: irgendwie die Fähigkeiten und
00:20:11: so weiter. Das ist ja jetzt
00:20:12: nicht irgendwie, das steht ja
00:20:14: nicht plötzlich geschrieben da.
00:20:15: Leider nicht.
00:20:16: nee, das ist doch auch gut so.
00:20:17: Ja, das macht es auch spannend,
00:20:19: das stimmt. Ja, und da irgendwie
00:20:21: die richtige Waage zu finden,
00:20:23: oder? Was meinst du?
00:20:23: Ich finde das ja immer darum
00:20:32: ringst, dass du eben guckst und
00:20:35: das auch irgendwie bemerkst. Du
00:20:37: hast irgendwie, oder ich finde,
00:20:38: man hat den Anspruch, das auch
00:20:39: zu bemerken. was kann mein finde
00:20:41: ich jetzt gut, was möchte ich
00:20:43: ihm da jetzt für
00:20:44: Fördermöglichkeiten geben?
00:20:47: Dabei natürlich das andere
00:20:48: Geschwisterkind nicht zu
00:20:49: vergessen, dass sich das dann in
00:20:51: so einem Punkt nicht irgendwie
00:20:52: vernachlässigt oder
00:20:53: zurückgesetzt fühlt und keine
00:20:56: Ahnung, dass das diese
00:20:57: Möglichkeit auch bekommt
00:20:58: mitzumachen und so. Also das ist,
00:20:59: finde ich, da suche ich auf
00:21:01: jeden Fall noch und du kannst ja
00:21:02: gerne mal sagen, wie es für
00:21:03: dich ist, da schon nach immer
00:21:05: dem richtigen Weg, weil man
00:21:07: merkt jetzt schon, was bei
00:21:09: Heather oder was Heather eben,
00:21:12: oder wir meinen zu wissen, wir
00:21:13: gucken mal, wie sich das
00:21:14: weiterentwickelt, wo Heather
00:21:16: jetzt so, ich sage mal, ein paar
00:21:17: Schwerpunkte setzt von sich aus
00:21:19: oder was eben bei ihr so zum
00:21:21: Vorschein kommt, was sie
00:21:22: besonders gerne macht und so
00:21:24: rauslebt und ja, das gezielt zu
00:21:28: fördern, das ist herausfordernd,
00:21:30: das ist irgendwie ja mal
00:21:31: natürlich auch spannend.
00:21:33: Ja und zumal das dann aber ja
00:21:34: nicht einfach so ist, ach okay,
00:21:35: Heather macht gerne, Heather
00:21:37: singt gerne und Wilma, weiß ich
00:21:41: nicht, spielt gerne Ball. So
00:21:44: einfach ist es ja nicht, sondern
00:21:46: dann macht eine was besonders
00:21:47: gerne und dann muss es dabei ja
00:21:49: auch wieder einen Ausgleich
00:21:50: geben. Du hattest jetzt vorhin
00:21:52: schon mal irgendwie, als wir
00:21:53: drüber gesprochen, und hat als
00:21:55: Beispiel gesagt, naja, dann
00:21:57: singt Heather und Wilma findet
00:21:58: es aber zum absoluten Kotzen,
00:22:01: obwohl sie Musik liebt. Ja. Wenn
00:22:03: Heather singt, findet sie das
00:22:05: eigentlich immer scheiße.
00:22:06: Heather benutzt das jetzt aber,
00:22:08: finde ich auch häufig, immer
00:22:08: mal, um sie zu ärgern. Ich habe
00:22:09: schon das Gefühl, dass
00:22:10: Heather...
00:22:10: Das wird auch mehr, genau. Und
00:22:13: da fühle ich mich daran immer
00:22:14: erinnert, dass ich, wenn ich
00:22:16: früher mit meinem Bruder
00:22:17: zusammen im Auto gefahren bin,
00:22:19: dann war das so, also gerade,
00:22:21: wenn dann mein Opa uns nach
00:22:22: Hause gebracht hat, wir waren
00:22:23: einmal in der Woche da, dann war
00:22:24: das so gang und gäbe, dass ich
00:22:26: alles, was ich an Liedermaterial
00:22:28: kannte, auf- und runtergesungen
00:22:30: habe. Schön. Die ganzen 20
00:22:32: Minuten. Wie fand Aaron das Und
00:22:33: Aaron fand es wirklich richtig
00:22:34: scheiße. Und da wäre jetzt,
00:22:37: also rückblickend betrachtet,
00:22:39: also hat er immer den Kürzeren
00:22:41: gezogen und rückblickend
00:22:42: betrachtet, wäre es ja viel
00:22:43: besser gewesen, wenn man dann
00:22:44: irgendwie gesagt hätte, okay,
00:22:45: keine Ahnung, immer der erste
00:22:47: Teil der Fahrt darf gesungen
00:22:48: werden und dann nicht. Oder eine
00:22:49: Fahrt singen und eine Fahrt
00:22:50: nicht. Oder so.
00:22:52: Ja, und da knüpfst du
00:22:53: natürlich gleich an diesen
00:22:53: Ausgleich eben an, den man da
00:22:55: irgendwie auch schaffen sollte,
00:22:57: zwischen beiden, dass man da
00:22:58: irgendwie Balance bewahrt.
00:23:00: Ja, also es ist zumindest
00:23:01: irgendwie bisher mein Eindruck,
00:23:02: dass es da ganz viel drum geht.
00:23:04: Und das betrifft aber ja nicht
00:23:06: nur die verschiedenen
00:23:08: Fähigkeiten und Interessen,
00:23:10: sondern ja dann auch wiederum
00:23:11: schon irgendwie auch die
00:23:12: Altersstufen. Also heute zum
00:23:13: Beispiel ist Hedda, die erobert
00:23:17: jetzt die Klettergerüste halt
00:23:19: immer mehr so. Und dann stand
00:23:20: sie halt plötzlich auf diesem
00:23:22: Rand der Rutsche, wo man sich
00:23:23: eigentlich festhält.
00:23:24: Das hat sie mir auch gezeigt.
00:23:26: Und dann hat sie gesagt, du
00:23:26: hättest ihr das erlaubt. Hast
00:23:28: du ihr das erlaubt?
00:23:29: Das würde ich jetzt so nicht
00:23:31: behaupten, aber worauf ich
00:23:33: eigentlich gerade hinaus wollte.
00:23:33: Ich bin gespannt. Dann gehen wir
00:23:35: das nächste Mal zu diesem
00:23:36: Klettergerüst. Und dann will
00:23:37: man das auch machen.
00:23:38: Und plötzlich versucht,
00:23:38: Willmann da drauf zu klettern.
00:23:40: Ja, genau.
00:23:41: Und das sind natürlich so
00:23:42: Situationen, da kommt man auch
00:23:47: echt so ein bisschen ins
00:23:47: Grübeln, wie man irgendwie
00:23:50: damit umgeht. Weil man kann ja
00:23:51: jetzt nicht Hedda, also
00:23:53: grundsätzlich verbieten,
00:23:54: irgendwie Dinge auszuprobieren,
00:23:55: ob das jetzt was ist, was man
00:23:57: erlauben sollte oder nicht, sei
00:23:58: mal dahingestellt. nur damit
00:24:02: will man es nicht nachmacht.
00:24:03: Ja, ich kann auch noch kurz eine
00:24:04: kleine Anschlussgeschichte
00:24:06: erzählen. Wir hatten nämlich
00:24:07: vorhin, wir waren da, ist ja so
00:24:08: ein Steinbeet, also wirklich so
00:24:10: ein klassisches Kiessteinbeet.
00:24:12: Und die beiden wollten sich
00:24:14: Steine mit zurücknehmen zum
00:24:16: Auto. Und ich habe gesagt, okay,
00:24:17: ihr könnt euch zwei Steine
00:24:18: aussuchen, die ihr mitnehmt.
00:24:20: Hella hat sich brav zwei Steine
00:24:21: ausgesucht, Willmann hat sich
00:24:22: drei ausgesucht.
00:24:23: Also wenn ihr irgendwann
00:24:24: feststellt, dass in euren ganzen
00:24:25: Kiesbetten keine Steine mehr
00:24:27: sind, waren unsere Kinder
00:24:28: wahrscheinlich da.
00:24:28: und dann erklärt, versucht
00:24:31: diesen Ausgleich mal zu
00:24:32: versuchen. Ich habe Wilmer 3000
00:24:34: Mal gesagt, leg diesen einen
00:24:35: Stein weg, aber irgendwie,
00:24:36: weißt du, da willst du jetzt
00:24:37: irgendwie auch nicht das Fass
00:24:38: mit aufmachen, bei einer nicht
00:24:40: zweijährigen. Aber Hella dann
00:24:42: halt zu erklären, du, die
00:24:44: Wilmer ist einfach so klein, die
00:24:45: hat ja noch einen dritten Stein
00:24:46: mitgenommen, wo Hella so ganz
00:24:48: brav und schrecklich hat, ich
00:24:49: habe hier zwei Steine. Das ist,
00:24:51: das finde ich herausfordernd,
00:24:53: das ist nicht so leicht. Und
00:24:54: klar, du kannst immer sagen, ja,
00:24:55: die ist noch kleiner, aber das
00:24:57: ist eine ultra unbefriedigende
00:24:58: Argumentation jetzt für Hella.
00:25:00: Ja, bei mir kam dann wiederum
00:25:01: von dieser Steingeschichte nur
00:25:03: an, dass sie die, also das Hella
00:25:04: zumindest, die dann aneinander
00:25:05: geschlagen hat, die Steine, um
00:25:07: Feuer zu machen, dass sie sich
00:25:08: vor einer bei ihren Großcousins
00:25:12: abgeguckt hat. Das ist, also da
00:25:14: sind wir wieder beim Nachmachen.
00:25:15: Ja. Gleichzeitig nehmen wir,
00:25:18: glaube ich, schon auch beide das
00:25:19: so wahr, dass Wilmer jetzt ein
00:25:21: unfassbar schnelles Lerntempo
00:25:23: hat, weil sie halt einfach immer
00:25:24: direkt das Vorbild vor sich hat,
00:25:26: alles nachmachen kann. Hella
00:25:28: stellt sich dann hin, erzählt
00:25:29: irgendwie eine Geschichte und
00:25:31: Wilmer fängt einfach an, Worte
00:25:34: nachzusprechen. Zu wiederholen.
00:25:35: Also sie fängt an, quasi
00:25:36: mitzuerzählen, einfach indem
00:25:38: sie das nachsagt, was Hella sagt.
00:25:41: Das ist natürlich irgendwie
00:25:42: auch super faszinierend und ein
00:25:45: ähnlicher Effekt stellt sich
00:25:46: aber ja auch bei uns Eltern ein,
00:25:48: dass wir uns dann erinnern, ach
00:25:50: ja, stimmt, so eine Phase hatte
00:25:52: Hella doch auch. Können wir
00:25:54: nochmal, also was hat da gut
00:25:56: funktioniert, können wir jetzt
00:25:57: nochmal adaptieren? Also auch
00:25:58: für uns irgendwie der
00:26:00: Lerneffekt halt krass ist und
00:26:01: weil viel schneller, viel
00:26:02: schnelleres Tempo.
00:26:03: Ja, total. Ja, und man die
00:26:05: Situation, die dann eben bei
00:26:07: Wilmer auftreten, einfach
00:26:09: schneller, genau, einfacher, ich
00:26:11: sag mal, gehandelt bekommt. Klar,
00:26:13: da treten wir auch.
00:26:14: Ja, was ja auch wieder nicht
00:26:14: bedeutet, dass das dann immer so
00:26:16: funktioniert. Da sind wir wieder
00:26:16: bei gleich und ungleich.
00:26:17: Wirklich. Das heißt es auf
00:26:19: jeden Fall nicht, weil, das
00:26:20: haben wir bei einigen Sachen
00:26:21: schon auch in der Vergangenheit
00:26:23: gemerkt, dass das dann wieder
00:26:24: Situationen gibt, die hatten wir
00:26:25: vorher noch nicht oder die
00:26:26: Lösungen, die wir bei Hella
00:26:27: hatten, sind bei Wilmer nur so
00:26:29: semi-erfolgreich.
00:26:31: Aber ich glaube, insgesamt ist
00:26:32: mein Gefühl, dass wir jetzt
00:26:33: hier gerade über ein Thema
00:26:34: sprechen, das beschäftigt einen,
00:26:37: glaube ich, auch wenn man
00:26:39: erwachsene Kinder hat. Das ist
00:26:40: diese Frage des Ausgleichs und
00:26:42: dieses, ja, mit der richtigen
00:26:43: Balance und so. Also ich glaube,
00:26:45: das ist immer ein wildes Thema.
00:26:48: Ich weiß auch nicht, ob man da
00:26:49: so diese eine Antwort drauf
00:26:51: bekommt als Take-Home-Message
00:26:54: irgendwie, weil es ist wirklich
00:26:58: einfach, glaube ich, sich da
00:26:59: immer reflektieren vielleicht,
00:27:02: ob das gerade so passt, dass
00:27:04: beide irgendwie den Ausgleich
00:27:06: verspüren beziehungsweise
00:27:09: Gerechtigkeit. Am Ende läuft es
00:27:10: ja auch irgendwie darauf hinaus.
00:27:11: Also ich hatte mit meinem Bruder
00:27:14: auch immer wieder Situationen,
00:27:16: auch als Erwachsene, wo man dann
00:27:18: auch geguckt hat, passt das
00:27:19: jetzt so? Beziehungsweise bei
00:27:21: meinen Eltern das gemerkt habe,
00:27:22: dass die sich bei Unterstützung
00:27:24: fürs Studium und sowas immer
00:27:25: wieder gefragt haben. Ja,
00:27:26: finanzieller Ausgleich. Genau,
00:27:28: haben beide von uns die gleichen
00:27:30: Möglichkeiten und so. Das haben
00:27:31: meine Eltern immer toll gemacht,
00:27:33: aber das ist was, das bleibt,
00:27:36: glaube ich, ja wirklich ein
00:27:36: Leben lang aktuell. Und ich
00:27:38: glaube, da muss man sich als
00:27:39: Eltern einfach eben immer wieder
00:27:41: daran erinnern, guckt da drauf,
00:27:43: fragt vielleicht auch einfach
00:27:44: die Kinder mal. Ich weiß es
00:27:45: nicht, es ist wirklich schwierig.
00:27:47: Und ich glaube, was wir aber aus
00:27:48: unseren Vergangenheiten beide
00:27:50: irgendwie klar sagen können,
00:27:52: dass unsere Eltern, dass beide
00:27:54: jeweils sehr gut gemacht haben,
00:27:56: dass wenn ein Kind richtig Not
00:27:58: hatte gerade und irgendwie
00:28:00: wirklich mal viel gebraucht hat,
00:28:01: dass das dann auch die ganz
00:28:02: klare Priorität war und das nie
00:28:05: bei den Geschwistern dazu
00:28:06: geführt hat, dass man sich
00:28:07: irgendwie zurückgesetzt
00:28:08: gefühlt hat. Und das ist
00:28:10: natürlich dann, glaube ich, vor
00:28:10: allem in erster Linie eine Frage
00:28:12: auch der Kommunikation. Und das
00:28:14: ist das, was ich mir, also was
00:28:16: ich schon beobachte und mich
00:28:18: frage, ob das vielleicht was ist,
00:28:19: was es früher weniger gab.
00:28:21: Dieses immer nur erzählen, mein
00:28:23: Kind kann das und das und das
00:28:24: und das und das. Statt halt auch
00:28:26: mal darüber zu sprechen,
00:28:29: über so eine Unsicherheit, was
00:28:31: ist eigentlich, also wie schafft
00:28:32: man da Ausgleich und was sind
00:28:34: Interessen und was sind aber
00:28:35: auch keine Interessen und wie
00:28:36: viel muss man eigentlich an
00:28:37: Angeboten machen und was reicht
00:28:39: dann vielleicht auch. als man
00:28:40: mehr darüber spricht. Das ist
00:28:42: jetzt kein Learning, aber das
00:28:43: ist ein Wunsch, zumindest den
00:28:44: ich an der Stelle irgendwie klar
00:28:45: habe.
00:28:46: Ja, ja und ich glaube, das ist
00:28:48: also klar, ich glaube so ein
00:28:49: Überbietungswettbewerb auch
00:28:51: innerhalb der Elternschaft, also
00:28:52: gegenseitig irgendwie zu sagen,
00:28:54: das und das, wie du es gerade
00:28:55: schon beschrieben hast, ich
00:28:56: glaube, das ist auch super für
00:28:58: Eltern, einfach super
00:28:58: kontraproduktiv, weil klar, da
00:29:00: gibt es selbstbewusstere
00:29:02: Elternpaare und weniger
00:29:03: selbstbewusste Elternpaare, aber
00:29:04: es führt glaube ich immer dazu,
00:29:06: dass du versuchst, da
00:29:07: nachzueifern oder zumindest es
00:29:09: dich verunsichert, wo man dann
00:29:10: wieder an diesem Punkt ist, dass
00:29:12: wenn du irgendwie das Gefühl
00:29:13: hast, mein Kind müsste da
00:29:14: irgendwie, klar ist das jetzt
00:29:15: aus der Geschwisterbeziehung
00:29:17: raus, aus dieser Binnenbeziehung,
00:29:19: aber ja, müsste irgendwie mehr
00:29:21: können oder muss mehr Angeboten
00:29:22: bekommen, ja.
00:29:23: Ja. Ja, also irgendwie, die
00:29:27: große Überschrift scheint dir
00:29:28: ausgerecht zu sein. Suche nach
00:29:30: der Balance, ja. Kommen wir zum
00:29:33: dritten Thema, füreinander da
00:29:35: sein.
00:29:36: Ein wunderschönes Thema, finde
00:29:38: ich, weil man das jetzt schon
00:29:39: total merkt, das heißt total,
00:29:42: doch, ja doch, ich glaube schon
00:29:43: das richtige Wort, dass sie
00:29:47: Rücksicht aufeinander nehmen
00:29:49: und zwar immer dann, wenn sie
00:29:51: ganz klar merken, die andere hat
00:29:54: irgendeine Not, also sei es ein
00:29:58: Wutanfall oder sei es ein ein
00:30:03: Wein, weil man irgendwo
00:30:04: hingefallen ist, dann können
00:30:07: beide, sowohl Heller als auch
00:30:08: Wilma, sich in dem Moment
00:30:10: zurückstellen. Das finde ich
00:30:11: für das Alter sehr faszinierend.
00:30:15: Ja, und auch total empathisch
00:30:16: irgendwie reagieren und
00:30:17: mitfühlend reagieren. Ja. Ich
00:30:19: habe gerade gedacht, ich weiß
00:30:20: nicht, ob du mir stimmen
00:30:21: würdest, bei diesem Thema, was
00:30:23: wir eben hatten, dem Ausgleich,
00:30:26: das ist halt vielleicht wirklich
00:30:27: das, das ist halt ein großer
00:30:29: Unterschied, ob du zwei oder
00:30:31: mehr Kinder hast oder eins. Das
00:30:33: gibt es da dann besonders extrem,
00:30:35: wenn ab eben zwei Kindern,
00:30:38: während aber diese
00:30:40: herausfordernde Situation dann
00:30:42: dem gegenübersteht, dieses
00:30:43: füreinander da sein kann und
00:30:45: irgendwie sich eben
00:30:46: zurücknehmen müssen und
00:30:47: irgendwie immer wieder auch
00:30:49: gucken müssen. Man muss für
00:30:52: alle gesorgt sein. Das ist so
00:30:54: ein bisschen vielleicht wie so
00:30:55: eine ausgleichende Waage.
00:30:57: Ja, das ist ein schönes Bild.
00:30:59: Das stimmt. Und was ich mich
00:31:01: auch, also wir sind ja im Moment
00:31:02: schon auch oft einfach sehr
00:31:03: hinterher, dass immer einer
00:31:05: irgendwie, also klar, es gibt
00:31:06: auch mal Momente, wo nicht, aber
00:31:08: in der Regel immer einer dabei
00:31:10: ist, wenn die miteinander
00:31:11: spielen, die beiden, weil sie
00:31:13: sich an den Haaren ziehen, weil
00:31:15: Wilma beißt, weil was auch
00:31:16: immer, also so. Und ich frage
00:31:18: mich jetzt aber schon immer
00:31:19: öfter, ob das wirklich
00:31:21: passieren würde, wenn wir
00:31:21: einfach nicht da wären. Das
00:31:24: Risiko ist mir gerade noch ein
00:31:25: bisschen zu groß, das wird
00:31:26: kommen, das sage ich schon so
00:31:28: ehrlich. Aber ich finde es schon
00:31:32: irgendwie, was du gerade gesagt
00:31:34: hast, so bezeichnend, dass wenn
00:31:35: es wirklich darauf ankommt, dass
00:31:37: irgendwie wir gerade in einer
00:31:38: stressigen Situation sind oder
00:31:40: es irgendwie gerade irgendwas zu
00:31:42: organisieren ist oder so, das
00:31:44: ist nicht die Situation, wo die
00:31:45: übereinander herfallen und sich
00:31:46: irgendwie erstmal die Haare
00:31:47: ausreißen.
00:31:47: Nee, das stimmt, da hast du
00:31:48: recht. Also wir starten da jetzt
00:31:50: in den nächsten Wochen, Monaten,
00:31:53: mal einen kleinen Testballon und
00:31:55: wir werden euch informieren, wie
00:31:57: das funktioniert. Aber du
00:31:59: hattest das vor ein paar Tagen
00:31:59: schon mal gesagt und es ist ein
00:32:00: interessanter Gedanke.
00:32:02: Ja, und unser Learning bei dem
00:32:05: Thema ist glaube ich vor allem,
00:32:07: dass wir ja immer öfter
00:32:08: versuchen zu erklären, wie sich
00:32:13: vielleicht dann eben das
00:32:14: Geschwisterkind dabei fühlt,
00:32:15: wenn man eben so wehtut und dass
00:32:19: man, also wie man dann irgendwie
00:32:20: stattdessen aus der Situation
00:32:23: rauskommen könnte, dass man
00:32:24: halt sagen kann, was man, was
00:32:26: man gerade will, dass man Stopp
00:32:27: sagt und so, also ganz viel
00:32:29: irgendwie zu versuchen, zu
00:32:30: vermitteln, ihr könnt das
00:32:31: irgendwie anders lösen und in
00:32:34: Situationen, in denen ich jetzt
00:32:35: zum Beispiel selber überfordert
00:32:36: war, da war ich beispielsweise
00:32:37: mit den Kindern im Wald und
00:32:41: Wilma saß eigentlich schon in
00:32:42: ihrem Sitz und es war alles gut
00:32:43: und Hedda wollte partout nicht
00:32:45: einsteigen und sich nicht
00:32:46: anschneiden lassen. Wenn ich sie
00:32:48: angeschnallt hat, hat sie sich
00:32:49: sofort wieder abgeschnallt.
00:32:50: Dadurch wurde Wilma dann wieder
00:32:51: ungeduldig und da ist irgendwie
00:32:52: alles eskaliert und da habe ich
00:32:54: echt irgendwie, ich wusste nicht
00:32:55: mehr, okay, ich kann hier jetzt
00:32:56: nicht weg, wenn das nicht
00:32:58: funktioniert. Ich bin komplett
00:32:59: darauf angewiesen, dass ich
00:33:00: dieses Kind da hinsetze und sich
00:33:02: anschnallt. Und nachdem ich
00:33:04: irgendwie wirklich, ich habe es
00:33:05: zwischendurch versucht, sie da
00:33:06: halt mit Kraft reinzusetzen, hat
00:33:09: sie sich wieder abgeschnallt,
00:33:10: habe alles Mögliche versucht,
00:33:12: habe geschimpft, habe alles so.
00:33:14: Alle Regisseure gezogen. Und
00:33:15: irgendwann habe ich einfach mich
00:33:17: hingesetzt und habe ihr ganz
00:33:18: ruhig erklärt, wie es mir dabei
00:33:20: gerade geht und was das für
00:33:22: mich für eine Situation ist und
00:33:24: das hat funktioniert und das hat
00:33:25: mir echt imponiert. Weil, ja,
00:33:29: natürlich, Herr, da ist jetzt
00:33:30: in einem Alter, da versteht sie
00:33:31: das alles. Und nicht einfach
00:33:33: immer nur zu schimpfen und immer
00:33:34: nur jetzt mach das, jetzt mach
00:33:35: das, jetzt mach das, ohne die
00:33:37: Zusammenhänge zu erklären und
00:33:39: eben auch zu erklären, was das
00:33:41: mit einem macht und Gefühle zu
00:33:43: vermitteln, das ist natürlich
00:33:45: irgendwie herausfordernd, das zu
00:33:46: tun und kostet Zeit und auch
00:33:47: irgendwie, manchmal glaube ich,
00:33:49: auch Kraft, aber ich habe das
00:33:50: Gefühl, das kann ein guter Weg
00:33:51: sein.
00:33:52: Ja, es ist glaube ich jetzt, du
00:33:54: hattest es auch überhaupt
00:33:55: generell mit dem Verständnis
00:33:56: von Hedda und das betrifft
00:33:58: sicherlich nicht nur unser
00:33:59: dreieinhalbjähriges Kind, dass
00:34:02: man jetzt da schon in der
00:34:04: Situation ist, wo man ihr auch
00:34:06: viel, viel mehr erklären sollte,
00:34:09: um auf mehr Verständnis von ihr
00:34:11: zu hoffen. Also natürlich
00:34:12: bleibt sie ein
00:34:12: dreieinhalbjähriges Kind und
00:34:17: hat dann auch ihr eigenen Kopf
00:34:19: häufig, aber trotzdem, und das
00:34:22: merkt man schon, ist das
00:34:24: Verständnis halt größer und
00:34:26: kann sie das schon
00:34:27: zusammenbringen, wenn man ihr
00:34:28: das vernünftig erklärt. Das
00:34:29: würde ich auch so sagen.
00:34:30: Ja, oder jetzt versuchen wir ja
00:34:31: zum Beispiel, dass sie einfach
00:34:32: auch bewusst sagt, Stopp, ich
00:34:34: will das nicht und wenn sie das
00:34:36: nicht macht und will mal
00:34:38: irgendwie, sie dann trotzdem
00:34:39: irgendwie geschubst oder
00:34:40: irgendwas macht, dann sagt sie
00:34:42: jetzt hinterher manchmal, oh,
00:34:43: ich habe auch nicht Stopp gesagt
00:34:45: und an sich soll natürlich will
00:34:47: ich mal sie bitte unbedingt
00:34:48: trotzdem nicht schubsen oder
00:34:49: einen Hahn ziehen oder was auch
00:34:50: immer, selbst wenn sie nicht
00:34:53: Stopp sagt, aber trotzdem diese
00:34:55: Erkenntnis, aber ich kann auch
00:34:56: selber gucken, was ich
00:34:57: vielleicht dazu beitragen kann
00:34:58: und vielleicht habe ich vorher
00:34:59: ja was anderes gemacht, was sie
00:35:01: geärgert hat, das finde ich
00:35:02: super stark.
00:35:03: Ja, und vor allen Dingen auch
00:35:04: auf sich selber da irgendwie ein
00:35:06: bisschen Acht zu geben, also
00:35:07: sozusagen ihren Wunsch zu
00:35:08: artikulieren und ihr dafür auch,
00:35:10: sag ich mal, Mut zu machen, ist
00:35:11: schon gut. Und ein Gedanke noch,
00:35:13: der mir gerade gekommen ist,
00:35:15: weil ich meine, dass sich
00:35:16: Geschwister gegenseitig wehtun,
00:35:17: ich glaube, das ist, ja, glaube
00:35:20: ich, immer so und ich war am
00:35:22: Anfang, ich weiß nicht, das war
00:35:24: irgendwann mal, da hat der Hedda,
00:35:26: will man mal wirklich aufs
00:35:27: Übelste geschubst oder ich
00:35:29: weiß es nicht mehr ganz genau,
00:35:30: auf jeden Fall hat, das war echt
00:35:32: was Übleres und ich war dann
00:35:36: mit der Situation, ich wusste
00:35:36: nicht so genau, wie leite ich
00:35:38: jetzt eine vernünftige
00:35:40: erzieherische Maßnahme ein, die
00:35:43: weder aus Brüllen besteht, aber
00:35:47: auch nicht aus, ich nehme das so
00:35:48: hin oder sage jetzt mal du, du,
00:35:49: du, sondern es muss ja irgendwie,
00:35:51: das werden die Eltern unter euch
00:35:53: auch wissen, es muss der goldene
00:35:54: Mittelweg sein, habe ich sie
00:35:56: dann erst rausgenommen aus der
00:35:57: Situation und in unser
00:35:59: Schlafzimmer verfrachtet und sie
00:36:01: dann da irgendwie auch mal
00:36:03: zurechtgewiesen, habe aber so
00:36:05: für mich irgendwie gemerkt, ach
00:36:06: nee, das fühlte sich auch
00:36:08: scheiß an und das habe ich dann
00:36:10: mal nachgeguckt und jetzt kommt
00:36:14: tatsächlich mal was aus einem
00:36:17: aus einem Elterntipp, das kommt
00:36:18: ja auch nicht so häufig vor,
00:36:20: aber mir hat es in dem Moment
00:36:21: total geholfen, vor allem weil
00:36:22: ich es verstanden habe und da
00:36:24: wurde halt ganz klar gesagt,
00:36:26: dass man die Kinder auf gar
00:36:27: keinen Fall aus der Situation
00:36:28: rausnehmen sollte, sondern dass
00:36:30: die in Anführungsstrichen schon
00:36:32: sehen sollten, was sie
00:36:32: angerichtet haben, weil die
00:36:36: merken das schon, dass das dann
00:36:38: nicht cool war, gerade wenn sie
00:36:40: bei einem anderen Kind, das muss
00:36:41: nicht als Geschwisterkind sein,
00:36:43: eben ausgelöst haben, dass es
00:36:45: eben richtig doll weint und eben
00:36:46: auch sagt, aua, aua und das dann
00:36:48: in der Situation zu erklären,
00:36:50: aber natürlich mit einer
00:36:51: gewissen Schärfe, das hat mir,
00:36:55: also das hatte sich für mich
00:36:56: sehr logisch und nachvollziehbar
00:36:58: gefühlt. Wir haben da auch
00:36:59: drüber gesprochen, ich glaube,
00:37:00: du erinnerst dich auch noch.
00:37:01: Ich erinnere mich gut daran und
00:37:03: was ich, glaube ich, daran auch
00:37:04: gut finde, ist nicht nur, dass
00:37:05: man dann mitbekommt, ah, okay,
00:37:07: ich habe hier meinem Gegenüber,
00:37:09: meiner Schwester gerade richtig
00:37:10: weh getan und die weint jetzt
00:37:11: oder es geht ihr jetzt wirklich
00:37:12: nicht gut damit, sondern dass
00:37:14: man dann aber auch nicht selber
00:37:16: als Eltern bestimmen muss, wann
00:37:18: ist die Situation jetzt quasi
00:37:19: gut, sondern dass das auch quasi
00:37:22: die Kinder selber unter sich
00:37:24: ausmachen können, also dann
00:37:25: eben die Schwester auch zeigen
00:37:27: kann, ey, jetzt ist es wieder
00:37:28: gut, jetzt können wir wieder
00:37:29: miteinander spielen und dass es
00:37:30: nicht von außen bestimmt ist
00:37:31: und auferlegt ist und das finde
00:37:33: ich halt auch super gut
00:37:34: Ja, es ist auch. Und auch das
00:37:37: wird mit zunehmendem Alter jetzt
00:37:38: natürlich immer relevanter.
00:37:40: Also das war damals, war Wilma,
00:37:41: glaube ich, sogar noch
00:37:43: vielleicht gerade 1 oder unter 1,
00:37:44: das war auf jeden Fall noch
00:37:45: klein. Naja, als jetzt, jetzt
00:37:48: ist das natürlich nochmal
00:37:49: wieder relevanter.
00:37:49: Ja, und da bin ich selber
00:37:51: manchmal überrascht, also ich
00:37:52: hatte jetzt auch schon öfter so
00:37:53: Situationen, wo die beiden sich
00:37:56: halt irgendwie um irgendwas
00:37:57: gezankt haben und ich dann
00:37:58: gesagt habe, Leute, ihr müsst
00:37:59: euch irgendwie einigen. Ich kann
00:38:02: euch dabei helfen, wir können
00:38:04: überlegen, dass erst die eine,
00:38:05: dann die andere oder ob ihr das
00:38:07: gemeinsam machen könnt, aber
00:38:08: wenn ihr euch da nicht einigen
00:38:09: könnt, dann könnt ihr es beide
00:38:10: nicht machen und das hat schon
00:38:12: auch irgendwie, da war ich
00:38:14: ehrlich gesagt dann bisher oft
00:38:15: überrascht, das funktioniert
00:38:18: irgendwie.
00:38:18: Also gerade dieser Punkt, wenn
00:38:21: ihr das nicht zusammen
00:38:21: hinbekommt, dann fliegt dieses
00:38:24: Spielobjekt dann eben jetzt für
00:38:26: eine Zeit lang raus, weil wir
00:38:29: haben da so eine Sprungmatte, da
00:38:32: muss man sich halt irgendwie
00:38:33: einigen, sonst fliegen die
00:38:34: durcheinander und dann tun sie
00:38:35: sich weh und wenn das halt nicht
00:38:37: klappt, dann kommt das weg und
00:38:38: das hat schon, als wir das
00:38:40: gesagt haben, dazu geführt,
00:38:41: dass das dann schon besser
00:38:42: klappt. Das sehe ich auch so. Ja,
00:38:43: das ist interessant. Das ist
00:38:44: auch so ein Werkzeugkasten, was
00:38:45: unserem Elternportfolio
00:38:47: hinzugefügt worden ist, würde
00:38:48: ich sagen.
00:38:50: Ja, und jetzt sind wir
00:38:50: natürlich wirklich ganz heiß
00:38:52: darauf, von euch zu hören, was
00:38:55: eure Tipps und Tricks und
00:38:56: Learnings sind. Also insofern
00:38:59: teilt uns super gerne immer mit,
00:39:00: was bei euch gut funktioniert.
00:39:01: Vor allem zu diesem Thema
00:39:03: Ausgleich, weil ich auch
00:39:04: vielleicht, wie ihr da jetzt als
00:39:05: Erwachsene auf eure eigene
00:39:07: Geschwisterbeziehung, auf die
00:39:08: Eilung guckt, weil das ist schon
00:39:09: echt was, puh, das ist irgendwie
00:39:12: ein großes Ding, ein großes
00:39:13: Thema.
00:39:14: was auch lange nachwirken kann.
00:39:16: Ja, wenn das nicht gelingt, du,
00:39:17: dann das wäre nicht die Erste.
00:39:18: Oder das sind dann, es gibt
00:39:20: genug Geschwisterbeziehungen,
00:39:21: die leider Gottes schlecht sind.
00:39:24: Und das ist nicht nur immer das
00:39:25: Thema Geld. Das ist auch immer
00:39:27: gerne ein Thema.
00:39:28: Ja, Aufmerksamkeit, Anerkennung.
00:39:29: Aufmerksamkeit, Distanz, wer
00:39:31: wohnt weiter weg, wer wird dann
00:39:33: dafür gelobt, dass er einmal im
00:39:34: Jahr vorbeiguckt und sowas. Also
00:39:35: das zieht sich ja durch das
00:39:36: ganze Leben, würde ich sagen.
00:39:38: Also teilt das gerne mit uns und
00:39:41: empfehlt uns gerne weiter, kann
00:39:42: man ja auch sagen.
00:39:43: Genau.
00:39:43: Ja.
00:39:44: Ja, das war es von uns zu diesem
00:39:46: Thema. Ja. Zu dem Thema kann man
00:39:48: bestimmt später irgendwann dann
00:39:49: nochmal neue Learnings aufnehmen.
00:39:51: Das glaube ich auch. Das glaube
00:39:52: ich auch. Gerade, wenn dann noch
00:39:54: mehr Hobbys dazugekommen sind.
00:39:57: Bis dahin, nein, nicht bis dahin,
00:40:00: wir melden uns vorher natürlich
00:40:01: schon mal mit anderen Themen.
00:40:02: Aber habt jetzt erst mal eine
00:40:03: gute Zeit.
00:40:04: Auf jeden Fall, lasst es euch
00:40:05: gut gehen und wir hören uns
00:40:06: ganz bald wieder. Ciao. Macht's
00:40:08: gut, tschüss.
00:40:10: Das war das Mäuseballett von
00:40:12: und mit Dala und Martin.
00:40:14: Wenn euch die heutige Folge
00:40:15: gefallen hat, schaut gerne auf
00:40:16: Insta vorbei. Ihr findet alle
00:40:18: Informationen in den Shownotes.
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